Lade Inhalte...

INTERVIEW "Wir wollen den 40-Prozent-Anteil dauerhaft halten"

Frankfurter Rundschau: Herr Berendsen, die SPD-Holding DDVG gibt die Mehrheitsanteile an der FR an den Kölner Verlag M. DuMont Schauberg ab. Warum?

19.07.2006 00:07
Foto: FR

Frankfurter Rundschau: Herr Berendsen, die SPD-Holding DDVG gibt die Mehrheitsanteile an der FR an den Kölner Verlag M. DuMont Schauberg ab. Warum?

Jens Berendsen: Es war von Anbeginn an geplant, dass wir uns nach der ersten Sanierungsphase nach einem neuen Mehrheitseigentümer umsehen werden. Das folgt der Philosophie der DDVG, langfristig nie Mehrheitsbeteiligungen an Tageszeitungsverlagen zu halten. Mit diesem Ansatz immunisieren wir uns gegen den Vorwurf, parteipolitisch Einfluss auf die Redaktion zu nehmen.

Hat Köln mehr geboten als andere Interessenten, etwa Holtzbrinck oder die WAZ-Gruppe?

Geld hat nicht die alleinige Rolle gespielt. DuMont Schauberg ist ein publizistisch engagiertes Verlagshaus, das gut zur FR passt. Ferner haben wir mit dem Kölner Management schnell ein gemeinsames Verständnis entwickelt, wie das Verlagshaus weitergeführt werden soll.

Sehen Sie die publizistische Ausrichtung der FR als überregionale und linksliberale Zeitung in der neuen Konstellation gewährleistet?

Ja. In den Verträgen wurden nochmals der überregionale Anspruch der FR sowie die linksliberale Grundausrichtung festgeschrieben.

Sie haben die FR vor zwei Jahren als Sanierer übernommen, denn das Blatt steckte in der Existenzkrise. Wie ist der Stand heute?

Das Glas ist nicht halb leer, sondern halb voll: Wir sind auf dem Sanierungsweg schon ein sehr gutes Stück vorangekommen. Wir müssen aber noch einmal neue Kostenziele erreichen sowie weitere Ertragspotenziale heben, um das Verlagshaus langfristig auf eine solide wirtschaftliche Basis zu stellen.

Kritiker haben der DDVG vorgeworfen, sie verhalte sich selbst wie die Heuschrecken: Kosten senken, Personal abbauen, Rendite machen und dann nichts wie weg.

Das Bild ist komplett falsch: Wir grasen nicht ab, sondern haben personelle Ressourcen und finanzielle Mittel bereitgestellt. Wir ziehen auch nicht weiter, sondern wollen den 40-Prozent-Anteil dauerhaft halten.

Haben Sie als Minderheitsgesellschafter künftig noch mitzureden, wenn es um wichtige Entscheidungen für das Unternehmen geht?

Bei wichtigen Entscheidungen werden wir gemeinsam mit dem neuen Mehrheitseigner die Entscheidungen treffen.

Interview: Uwe Vorkötter

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen