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Schlappekicker Sie wollen doch nur spielen

Die SG Bornheim Grün-Weiß erhält für ihr Projekt „Skyline Soccer“ den Schlappekicker-Preis 2016.

29.11.2016 16:22
Schlappekicker-Vorsitzende Katja Sturm (links) und Oberbürgermeister Peter Feldmann überreichen Ulrich Fliess den Preis. Foto: Andreas Arnold

Die Not war groß, die Zahl der Asylsuchenden enorm. Für Ulrich Fliess war klar: Da muss etwas getan werden. Zusammen mit Jürgen Holzapfel gründete er Ende 2015 das Projekt „Skyline Soccer“, mit dem die SG Bornheim Grün-Weiß, jungen geflüchteten Menschen zu helfen begann.

„Wir haben uns überlegt: Was brauchen Jugendliche, was wollen sie?“, sagte Fliess am Montagabend im Limpurgsaal des Frankfurter Römers, als die Bornheimer mit dem diesjährigen Schlappekicker-Preis der Frankfurter Rundschau ausgezeichnet wurde,. Die Antwort lag für den Fußballverein auf Hand: „Sie wollen Fußballspielen.“

So machten sich die Bornheimer an die Arbeit – und stampften ein Projekt aus dem Boden, mit dem sie auf vorbildliche Art zur Integration beitrugen. Von April bis September ermöglichten sie es den Geflüchteten, sich zweimal in der Woche beim Fußballspielen von ihren Alltagssorgen abzulenken. Das Angebot war ein voller Erfolg, der Andrang riesengroß.

Dies vor allem auch deshalb, weil sie dort, wie die Schlappekicker-Vorsitzende Katja Sturm in ihrer Laudatio sagte, zu einem „Teil einer Gemeinschaft“ geworden seien. Menschen, die ihre Heimat verloren hätten, brauchten jemanden, der ihnen „Halt gibt und ihnen den Weg in unsere Kultur ebnet“. Sport sei dafür ein „fast einzigartiges Mittel“, so Sturm, die besonders das „nachhaltige, beständige Engagement“ der Bornheimer würdigte.

Über die Arbeit des Preisträgers freute sich auch Christel Müller. „Ich bin immer wieder gerne hier“, sagte die mehrfache Hessenmeisterin im Turnen, die nach einem Unfall vom Hals abwärts gelähmt ist und seit 1987 vom Schlappekicker einen regelmäßigen monatlichen Beitrag zu ihrem Lebensunterhalt erhält. Auch deshalb hob Oberbürgermeister Peter Feldmann in seiner Begrüßungsrede die Arbeit des Schlappekickers hervor, der mit seinen „vielfältigen Aufgaben“ seit vielen Dekaden „fest verankert“ im Frankfurter Sport sei. Feldmann erinnerte an die „soziale Verantwortung des Sports“. Umso höher schätzte er die Arbeit der Bornheimer ein, deren Projekt geradezu ideal zu Frankfurt passe – einer Stadt, deren Einwohner „unbändig neugierig“ seien, „tolerant und weltoffen“.

Auch wenn die Zahl der Asylsuchenden mittlerweile abnimmt, werden die Bornheimer ihr Projekt vorantreiben. Weitere Aktionen sind bereits geplant – deren Umsetzung natürlich nur dank zahlreicher Helfer möglich ist. Darum bedankte sich Fliess auch noch einmal ausdrücklich bei den „vielen Ehrenamtlern, die wir bekommen haben“. Mit deren Unterstützung, so viel steht jetzt schon fest, wird die SG Bornheim Grün-Weiß auch im kommenden Jahr wieder dafür sorgen, die Not der Geflüchteten zu lindern. Es ist noch immer viel zu tun.

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