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Schlappekicker-Preis 2015 „Kein Kind wird weggeschickt“

Bunte Vielfalt in der Fußballabteilung der Sportvereinigung Eberstadt, die den Schlappekicker-Preis erhält

06.12.2015 11:07
Mit Begeisterung dabei: Kinder, Betreuer und Verantwortliche der Sportvereinigung Eberstadt. Foto: Ellen Lewis

Die Kleinen sind begeistert. Da schießt einer aufs Tor, ein anderer hechtet nach der Kugel, kann sie aber nicht mehr abfangen, der Ball liegt in den Maschen. Weiter geht’s unter lautem Geschrei der Kinder, die mit wahrem Feuereifer bei der Sache sind. Fußball macht halt enorm viel Spaß, den Großen wie den Kleinen.

Mit dabei sind auch die Jugendlichen, die ihre Freizeit hauptsächlich auf dem Fußballplatz verbringen, bis zu 36 Stunden im Monat. Das ist für 15-Jährige nicht unbedingt selbstverständlich, nicht so aber für die Jungs von der Fußballabteilung der Sportvereinigung Eberstadt. Warum sie hier als Jugendbetreuer arbeiten, ist ganz einfach zu erklären: „Weil’s Spaß macht.“ Auch dann, wenn es, wie in diesem Augenblick, dunkel ist und regnet? „Auch dann.“

Dass sie alle hier mitmachen, ist für den Verein ein Riesengewinn. Immerhin gilt es, etwa 400 Kinder aus unterschiedlichen Nationen zu betreuen. Ja, es geht bunt zu in Eberstadt, es scheint fast so, als wäre die halbe Welt auf dem Sportgelände der Sportvereinigung zu Hause. Tatsächlich nehmen die Mitgliederzahlen ständig zu, allein in diesem Jahr haben sich 90 Kinder neu angemeldet. Viel Arbeit also für die Verantwortlichen, die sich über eine ganz besondere Hilfe freuen können: „Es ist gut, dass sich viele junge Leute hier bei uns engagieren“, sagt Karl-Heinz Dächert, der Vorsitzende der Fußballabteilung, die heute Abend im Frankfurter Römer den mit 5000 Euro dotierten Schlappekicker-Preis der Frankfurter Rundschau erhält.

Gerade in Darmstadt-Eberstadt sei die Situation „etwas problematisch“, sagt Dächert, teilweise herrschten in den einzelnen Wohngebieten „große Unterschiede“. Weil viele Menschen in dem ständig wachsenden Stadtteil mit Existenzängsten zu kämpfen haben, bemüht sich der Klub schon seit Jahren mit großem Einsatz um Kinder aus sozialen Brennpunkten: „Unsere Hauptaufgabe besteht darin, soziale Integrationsarbeit zu leisten.“ Das ist nur zu schaffen, wenn alle anpacken, der Vorstand genauso wie die Trainer, die Eltern und eben auch die Jugendlichen.

Denn eins ist klar: Die Übungsleiter alleine können die vielfältigen Aufgaben nicht bewältigen. Deshalb hat der Klub vor drei Jahren das Konzept mit den Jugendtrainern begonnen. „Die sind alle mit viel Herz dabei. Das ist großartig“, sagt Jugendleiter Günter Schmitt. Dieses Engagement ist aber auch nötig, um noch weitere Aufgaben lösen zu können. Schon seit geraumer Zeit werden nämlich beim SV Eberstadt allein angereiste Flüchtlinge in den Trainingsalltag eingebunden, vor allem aber auch bei Behördengängen und der Wohnungssuche unterstützt. Das alles war schon schwierig genug, doch in diesem Jahr hat sich die Zahl der Flüchtlinge bekanntermaßen noch einmal deutlich erhöht. So sind in diesem Jahr etwa 200 Flüchtlinge in Darmstadt angekommen, aus Syrien genauso wie auch aus Afghanistan, Pakistan, Eritrea, dem Irak und vielen anderen Ländern.

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