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Schlappekicker Offene Türen

Im Frankfurter Römer wird der Schlappekicker-Preis verliehen. Die Fußballabteilung der SV Eberstadt schreibt sich Integration und Friedensstiftung hoch auf die Fahnen - dafür wird sie geehrt.

01.12.2015 14:43
La Ola: die Preisträger aus Eberstadt mit ihrem Chef Karl-Heinz Dächert (2.v.li.), Sportdezernent Markus Frank (li.) und der Schlappekicker-Vorsitzenden Katja Sturm (Mitte). Foto: Andreas Arnold

Die Welt hat sich verändert. Fast 800 000 Asylsuchende sind in diesem Jahr bis einschließlich Oktober nach Deutschland gekommen, zudem haben die Anschläge von Paris den Terror fast bis vor die Haustür gebracht. „Gerade nach Paris müssen wir alle darüber nachdenken, was anders gemacht werden muss“, sagte Karl-Heinz Dächert am Montagabend, als die Fußballabteilung der Sportvereinigung Eberstadt im Frankfurter Römer mit dem Schlappekicker-Preis ausgezeichnet wurde. Der Vorsitzende des Vereins gab das ehrgeizige Ziel vor, das sich die Fußballer im Darmstädter Stadtteil gestellt haben: „Wir wollen Frieden schaffen in Eberstadt.“

Das ist nicht immer ganz einfach. Es gilt, knapp 400 Kinder zu betreuen, deren Heimat oder soziale Herkunft im Einzelfall unterschiedlicher oft nicht sein könnte. Für sie alle hat die Fußballabteilung der Sportvereinigung ein offenes Ohr, alle sollen sich in Eberstadt wohlfühlen.

„Es ist unsere Aufgabe, Integration zu schaffen“, sagte Dächert, der in diesem Zusammenhang auch an zwei Artikel des Grundgesetzes erinnerte: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ (Artikel 1), „Politisch Verfolgte genießen Asylrecht“ (Artikel 16a). Es sei gerade jetzt wichtig, wieder einmal daran zu erinnern, so Dächert.

In ihrer Laudatio hob Katja Sturm, die Vorsitzende der Schlappekicker-Aktion, hervor, dass sich der Preisträger die „Grenzenlosigkeit des Sports“ nicht erst jetzt auf die Fahne geschrieben habe: Die Eberstädter hätten ihre Türen „schon viel früher aufgestoßen für jeden, der kommen mag – egal aus welcher Kultur, egal ob arm oder reich“. Explizit lobte sie das „besondere soziale Engagement“ der B-Jugendlichen, die viele Stunden als Betreuer auf dem Platz stehen und sowohl den Trainern als auch Jugendleiter Günter Schmitt hilfreich zur Hand gehen. „Alleine können wir es gar nicht schaffen“, so Dächert: „Wir sind dankbar, dass uns die Jungs helfen.“ Besonders auch ihnen gebührt der Schlappekicker-Preis, über den sich, wie SVlerin Ellen Lewis erzählte, „alle Kinder mächtig gefreut haben“.

Einige von ihnen waren im Limpurgsaal des Römers dabei, den die Stadt wieder für die Preisverleihung zur Verfügung stellte. Schon seit 1998 zeichnet die gemeinnützige Aktion der Frankfurter Rundschau Personen und Vereine aus, die sich vorbildhaft den sozialen Aspekten des Sports widmen – ein Engagement, das auch Stadtrat Markus Frank in seinem Grußwort hervorhob: „Die vorbildliche Integrationsarbeit hat eine besondere Bedeutung.“ Und zwar, wie er betonte, gerade auch „in diesen sehr unruhigen Zeiten“.

Für die Fußballer der Sportvereinigung Eberstadt ist der Preis jedenfalls Ansporn, ihre bisherige Arbeit noch auszubauen: „Wir bleiben dran“, sagte Dächert: „Wir werden weitermachen, was wir angefangen haben.“

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