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In eigener Sache Zwei, drei Antworten

Chefredakteur Arnd Festerling will die FR Mitte nächsten Jahres verlassen. Hier schreibt er, warum. Bascha Mika und Michael Bayer bleiben an Bord.

Arnd Festerling
Arnd Festerling. Foto: Alex Kraus

Warum? Warum verlässt ein Chefredakteur eine Zeitung, der es gut geht, die von einer tollen Redaktion gemacht wird, die zukunftsträchtig aufgestellt ist, die viele innovative redaktionelle Projekte verfolgt. Ich bin dies oft gefragt worden von den wenigen Menschen, mit denen ich diese Entscheidung besprochen habe. Nun, wo sie bekannt geworden ist, habe ich überrascht festgestellt, dass sich offenbar noch viel mehr Menschen diese Frage stellen. Deswegen schreibe ich auch an dieser Stelle über mich, ich bin darum gebeten worden. Denn eigentlich gehört es nicht gerade zu den vornehmsten Aufgeben des Journalismus, sich selbst zu bespiegeln.

Zunächst einmal verlasse ich nicht gleich das Schiff, sondern zunächst nur die Brücke, denn als Autor werde ich weiter arbeiten. Ich bin 1989 als Praktikant zur FR gekommen, Werner Holzer war Chefredakteur, er hat mich 1990 als Sportredakteur eingestellt. Ich bin dann nach einigen Jahren in die Nachrichtenredaktion gewechselt, letztlich habe ich, bevor ich Chefredakteur wurde, fast jedes Ressort in der FR einmal geleitet. Von vorne nach hinten durch die Zeitung geblättert: Politik, Meinung, Wirtschaft, Sport, Regionales und Lokales. Nur Feuilleton und Panorama nicht, aber da durfte ich hin und wieder einen Text schreiben.

Als ich 2012 zusagte, Chefredakteur zu werden, war das eine richtige Entscheidung, auch wenn niemand ahnte, was folgte. Die FR ist sozusagen umgehend insolvent geworden. Aber sie wurde gerettet und hat sich selbst gerettet mit ihrer tapferen, über jedes gewohnte Maß engagierten Redaktion. Jetzt steht sie seit vielen Jahren auch wirtschaftlich auf stabilem Grund. Und sie ist publizistisch in besten Händen bei Bascha Mika, Michael Bayer und ihrer großartigen Redaktion.

Warum ich das alles erzähle? Weil Sie mir sonst vielleicht nicht glauben, dass ich einfach noch mal etwas Neues machen möchte. Weil Sie vielleicht denken, der kann doch noch so viel bei der FR erleben. Weil Sie vielleicht diesen kleinen Hintergrund brauchen, um zu verstehen, dass ich und jede und jeder andere, der hier schon länger arbeitet, eine ganze Menge erlebt hat – ohne jemals die FR zu verlassen. Warum dann dennoch etwas anderes machen? Neugier, Abenteuerlust, Tatendrang, Entdeckergeist – es gibt viele Gründe, die bei mir zu diesem Schritt geführt haben. Allesamt sind es gute Gründe. Jeder Abschied ist traurig - dieser ganz besonders. Das Gute dabei: Jeden Morgen eine Rundschau lesen zu können, die neu und überraschend und spannend ist – auch, weil ich sie nicht selbst mitgeplant habe.

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