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FR im neuen Zeitungslayout „Hohes journalistisches Niveau“

Jan Spading und Zmyk haben das neue FR-Layout entworfen – mit Blick auf die Inhalte.

zum Thema Neues Layout / Layoutumstellung Frankfurter Rundschau, FR-Redaktion Frankfurt, Frankfurt, Bild x von x
Jan Spading (Mitte) diskutiert mit Jörg Hanau (l.) und Arnd Festerling Entwürfe. Foto: Michael Schick (Michael Schick)

Fundierter und hochwertiger Journalismus lebt von den relevanten und interessanten Geschichten, die mit Texten und Bildern erzählt werden. Dabei hat das Layout und Grafikdesign einer Zeitung das Ziel, die Qualität der Artikel den Lesern auf den ersten Blick sichtbar zu machen.

„Doch was bringt ein grafikgetriebenes Heft, bei dem die Inhalte zurückstecken müssen?“, fragt Jan Spading, der das neue Layout der FR entworfen hat. Mit seinen Partnern Oliver Griep und Ann Eckert betreibt Jan Spading das Hamburger Designbüro Zmyk. Er sieht bei Grafikdesignern einen gewissen Bildungsauftrag: „Die Leser einer Zeitung müssen ernst genommen werden und eine Kommunikation auf Augenhöhe muss möglich sein.“ Bei dem Layout sei entscheidend, was den Lesern gefalle, und nicht die subjektiven Empfindungen der Grafiker.

Jan Spading wurde 1977 in Heide (Holstein) geboren. Während des Studiums hat er in verschiedenen Designagenturen gearbeitet und dabei sehr viel mitgenommen: „Ich habe eigentlich mehr auf der Straße als auf der Hochschule gelernt“, fasst Spading zusammen. „Und als ich 2000 anfing, als selbstständiger Designer zu arbeiten, begann die Zeit des Zeitschriftensterbens.“

Er kenne die Medienbranche also nur im Wandel. Die Aufgaben der Grafiker seien trotzdem schöner geworden, stellt Spading fest. Nach seinem Grafikdesignstudium hat er als Gründungsmitglied des Videospielmagazins GEE (Games Entertainment Education) schnell den Alltag einer Redaktion kennengelernt. „Ich hatte zuvor zwar keinen wirklichen Zugang zum Design von Zeitschriften, war dann allerdings schnell von 0 auf 100 im Geschäft.“

Nach vier Jahren bei GEE arbeitete Spading als freier Mitarbeiter bei Agenturen, wo er nicht glücklich wurde: „Bei vielen geht es immer nur um das Verpacken von Schokokugeln. Ich will aber Inhalte und Geschichten gestalten, die von den Lesern verstanden werden.“ Seit dem Jahr 2013 produziert Spading nun gemeinsam mit Oliver Griep im eigenen Büro Zmyk Grafikdesigns. „Uns treibt an, niveauvolle journalistische Arbeit zu leisten.“

Die Frankfurter Rundschau ist für Spading ein bedeutendes linksliberales Medium, das sich mit wichtigen lebensnahen Themen wie gesellschaftlicher Gerechtigkeit auseinandersetzt. Dennoch hat er früher keinen Zugang zur FR gefunden. „Ich habe die Rundschau im Kiosk nicht in die Hand genommen. Ihr Layout war aus meiner Sicht bisher unheimlich männlich und überfrachtet.“ Das habe ihn abgeschreckt.

Aus seiner Sicht habe das äußere Erscheinungsbild der Zeitung die eigentlichen Stärken des Produkts nicht gut genug kommuniziert. Die Stärken der FR sieht Spading in der journalistischen Qualität und im kleinen Format der Zeitung. Diese Qualitäten will Spading herausstellen und ist sich deshalb sicher, dass das neue Layout dazu beitragen wird, der Rundschau auch in der Zukunft eine wichtige Stellung in der Medienlandschaft zu sichern.

Aufwendiges Projekt

Spadings Arbeitsschwerpunkt war bisher Magazindesign. Die Frankfurter Rundschau ist die erste Tageszeitung, die von ihm und Zmyk ein neues Layout erhält: „Es ist zwar anders, als Magazine zu gestalten, aber wenn man das Produkt und die Arbeitsweise einer Tageszeitung verstanden hat, gibt es kein Problem.“

Dennoch sei die FR das bisher aufwendigste Projekt, das er gemacht hat: „Die Schrift und das Layout müssen Spaß machen, gut lesbar sein und einen guten Zugang zu den Inhalten bieten.“ Eine wichtige Rolle spielen dabei natürlich auch die Bilder: „Wenn man gute Fotografie richtig einsetzt, kann eine große Macht von Bildern ausgehen, sie können tolle Geschichten erzählen.“

Spadings Designbibel sind dabei Schallplattencover: „Auf den Covern werden die Urzutaten des Grafikdesigns, Schrift und Bild, perfekt aufeinander abgestimmt und sprechen eine gemeinsame Sprache.“ Das ist auch das Ziel des neuen Layouts der FR.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Zeitungslayout

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