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Forum Entwicklung Einblick in die Wasserkrise

Klimawandel, ungebremstes Bevölkerungswachstum und wachsender Wohlstand verschärfen in vielen Ländern den vorhandenen Wasserstress noch weiter. Das „Forum Entwicklung“ von FR, hr-iNFO und GIZ zu einem wichtigen Thema.

Forum Entwicklung
Das Podium: Axel Bachmann, Petra Döll, Moderator Tobias Schwab, Onejiru Schindler und Daniel Busche (von links). Foto: Christoph Boeckheler

Imame werden zu Wasserbotschaftern

Die GIZ setzt hier an. Um Jordaniens Bevölkerung für wassersparendes Verhalten zu gewinnen, wurden die einflussreichen Imame zu diesen Themen geschult. „Wir benutzten den Kanal Glaube“, sagte Busche. Das sei sehr erfolgreich. In speziellen Freitagspredigten zu Wasser- und Ressourcenschutz würden jedes Jahr vier Millionen Menschen erreicht – mehr als ein Drittel der Bevölkerung. Aber es geht auch um praktische Projekte wie den Aufbau von Wassernutzungsgemeinschaften für Bauern, den Bau von Sanitäreinrichtungen in Schulen oder die Optimierung des Betriebs von Wasserversorgern. 

Erfolgreich läuft laut Busche auch die von der GIZ geförderte Ausbildung von Jugendlichen zu Klempnern, eine Maßnahme, um den Fachkräftemangel in diesem Sektor anzugehen. Interessant: Rund die Hälfte der Azubis in dem „Männerberuf“ ist weiblich – ein großer Vorteil in dem islamischen Land. Klempnerinnen können in fremden Wohnungen auch dann tropfende Wasserhähne reparieren, wenn kein männliches Familienmitglied zu Hause ist.

Kritische Fragen musste sich auf dem Podium der Industrievertreter, Axel Bachmann von Coca-Cola Deutschland, gefallen lassen. Der Getränke-Multi rühmt sich einer aktiven Umweltschutz-Strategie und engagiert sich auch in Projekten, die Bachmann zufolge bisher in Entwicklungsländern mehr als drei Millionen Menschen einen Zugang zur sicheren Wasserversorgung verschafft haben.

Dem Getränke-Multi, der neben Limonaden auch Flaschenwasser verkauft, wird, wie anderen Nahrungsmittel-Großkonzernen allerdings auch, vorgeworfen, aus der Gewinnung von Wasser ein Milliardengeschäft zu machen und besonders in Entwicklungsländern wenig Rücksicht auf die Folgen für die lokale Bevölkerung zu nehmen. Bachmann wies das zurück. Leitlinie von Coca-Cola sei es, Produktionsstandorte nur dort anzusiedeln, wo das Anzapfen von Quellen keine negativen Folgen für die anderen Nutzer – Bauern, andere Betriebe oder Haushalte – habe. Ein einziges mal habe ein Standort aufgegeben werden müssen, nämlich vor drei Jahren in Indien. Und da habe sich am Ende herausgestellt, dass nicht Coca-Cola, sondern der ausbleibende Regen Ursache für die sich ausbreitende Trockenheit gewesen sei. 

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Forum Entwicklung

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