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FR-Altenhilfe „Zu Hause rumsitzen bringt nichts“

Beim Frankfurter Ball der einsamen Herzen ist niemand allein. Rund 30 Gäste sind am Freitagabend bei der Veranstaltung dabei.

20.11.2016 19:28
Jöran Harders
Nicht nur beim Tanzen kommen sich die Senioren näher. Foto: Andreas Arnold

Girlanden mit Herzen hängen an der Decke im Saal des Begegnungszentrums an der Mörfelder Landstraße. Auf den Tischen stehen brennende Kerzen, ein Alleinunterhalter spielt die Melodie aus dem Film „Der dritte Mann“. Andrea Suhr geht mit einem Körbchen herum, aus dem sie verschiedenfarbige Herzen aus Papier verteilt, auf die Nummern geschrieben sind. Rund 30 Gäste sind am Freitagabend zum „Ball der einsamen Herzen“ ins Begegnungszentrum gekommen. Die Idee zu der Veranstaltung kam Suhr, weil sie bei ihrer Arbeit für den Frankfurter Verband für Alten- und Behindertenhilfe viele Senioren kennengelernt hat, die alleine sind und sich eine Freundschaft oder eine Partnerschaft wünschen. „Ein paar habe ich schon verkuppelt“, sagt sie scherzhaft.

Eine der Besucherinnen ist die 67 Jahre alte Brigitte. „Das war schon ein komisches Gefühl, heute hierherzukommen“, erzählt sie. Die Sachsenhäuserin, deren Mann vor zweieinhalb Jahren gestorben ist, ist noch nie zu solch einem Kennenlern-Ball gegangen. Nach der ersten Runde, bei der sie sich mit dem Mann unterhalten hat, der aus dem Körbchen ein Herz mit derselben Nummer gezogen hatte, sind ihre Zweifel verflogen. „Jetzt fühle ich mich ganz wohl.“ Das liege auch daran, dass sie schon ein paar bekannte Gesichter gesehen hat. „Ich war schon einige Male zum Tanznachmittag hier.“

Jeden Mittwoch veranstaltet die Alten- und Behindertenhilfe im Begegnungszentrum ein Tanzcafé, montags, dienstags und donnerstags gibt es Treffen ohne Tanz. Für den „Ball der einsamen Herzen“ hat Andrea Suhr eine Spende von der Altenhilfe der Frankfurter Rundschau bekommen. Mit dem Geld hat sie Deko-Material gekauft, außerdem konnte sie davon den Musiker bezahlen und ein Büfett bestellen, sodass es etwas später für alle Gäste etwas zu essen gibt. Doch erst einmal beendet Suhr mit einer Glocke die erste Gesprächsrunde. Der Alleinunterhalter stimmt einen Slowfox an und paarweise begeben sich Damen und Herren auf die Tanzfläche.

„Es bringt ja nichts, zu Hause rumzusitzen. Das Leben geht weiter“, sagt Brigitte. Nach dem Tanz verteilt Andrea Suhr zum zweiten Mal Herzen mit Nummern. Neue Paare finden sich und an den Tischen beginnt wieder die Unterhaltung. „Nach den Gesprächsrunden gibt es dann Essen und danach beginnt der zwanglose Teil des Abends“, erklärt Suhr. Bis dahin sollen sich die Gäste etwas kennengelernt haben. „Niemand möchte im Alter gerne allein sein.“ Deshalb möchte Suhr im Begegnungszentrum regelmäßig Kennenlern-Abende veranstalten, die unter dem Motto „Sie sucht Ihn“, „Er sucht Sie“ oder „Gemeinsam statt einsam“ stehen sollen. Dank der FR-Altenhilfe habe sie dafür nun ein Budget von insgesamt 1850 Euro zur Verfügung, freut sie sich.

Den ersten Abend wertet Suhr als Erfolg. „Ich hätte nicht gedacht, dass so viele Leute kommen.“ Schön sei auch, dass fast genau so viele Männer wie Frauen dagewesen seien. Denn andernfalls hätte das Konzept des „Balls der einsamen Herzen“ nicht funktioniert. Ob sich dabei wirklich eine Beziehung oder Freundschaft ergeben wird, weiß Andrea Suhr natürlich nicht. „Aber auf jeden Fall hatten alle ein bisschen Spaß.“

So können Sie helfen: Überweisungen an „Not gemeinsam lindern – Alten- und Weihnachtshilfe der Frankfurter Rundschau e.V.“, Frankfurter Sparkasse, IBAN: DE 3550 0502 0100 0092 3630. Die Namen der Spender werden in der FR veröffentlicht. Auch online können Sie spenden: www.fr-altenhilfe.de

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