Lade Inhalte...

FR-Altenhilfe Drei Stunden Musik, Witz und Zauberei

Seit zehn Jahren organisiert Karl Oertl die Weihnachtsfeier der FR-Altenhilfe. Für das Fest werden 300 Gäste erwartet.

21.12.2012 14:23
Eva Bender
Karl Oertl (Mitte) und Günter Petzschner (rechts) entladen die Weihnachtsgeschenke.

Seit zehn Jahren organisiert Karl Oertl die Weihnachtsfeier der FR-Altenhilfe. Für das Fest werden 300 Gäste erwartet.

Wenn ich sehe, dass die alten Leute glücklich sind und Tränen in den Augen haben, dann freue ich mich richtig“, sagt Karl Oertl. Der „Oertl-Karl“ ist nicht nur einer der berühmtesten Frankfurter Karnevalisten, sondern er engagiert sich auch seit mehr als zehn Jahren für die FR-Altenhilfe. „Für die Weihnachtsfeier der Altenhilfe mache ich die Organisation, also kümmere mich um Weihnachtsschmuck, Päckchen und das Programm“, erzählt der 73-Jährige. Das bedeute jede Menge Planung, denn für das Fest werden 300 Gäste erwartet.

„Langsam werde ich zu alt dafür, ich mag nicht mehr“, sagt er, als er ins Auto steigt, um die Wurst für die Gäste abzuholen. Mit dem Entschluss ist es ihm ernst: „Ich bin Realist. Ich weiß, dass ich das lange genug gemacht habe. Ich will das Projekt abgeben.“ Aber nur die Organisation. Auf der Bühne wird „Oertl-Karl“ selbstverständlich weiterhin stehen.

Im vergangenen Jahr überzeugte er deshalb den Karnevalsverein „Die Krätscher“, seine Nachfolge zu übernehmen. Günter Petzschner ist der Erste Vorsitzende des Vereins und sitzt heute auf dem Beifahrersitz. Er wird von Karl Oertl sozusagen eingearbeitet: „Heute zeige ich ihm, wie es geht und wo man alles bekommt“, kündigt Oertl an und Petzschner ergänzt: „Damit wir das im nächsten Jahr alleine können.“

„Wir Krätscher haben die Zeichen der Zeit erkannt. Wir wollen uns um unsere älteren Mitbürger kümmern.“ Das komme in unserer Gesellschaft zu kurz. „Man ist hart zu den Alten und man lässt sie allein“, sagt Oertl. „Wenn es keine Helfer wie mich mehr gibt, dann ist das echte Armut.“

Für die älteren Menschen, die zur FR-Weihnachtsfeier erwartet werden, scheut er keinen Aufwand. „Die Wurst für die Geschenke hole ich immer vom Metzger Kropp. Da weiß ich, dass sie schmeckt.“ Dazu kommen noch Wein, Stollen, Lebkuchen, Honig, Kaffee und Schokolade. „Die Päckchen sind dann je 30 Euro wert und da ist drin, was die Leute wollen.“

Auch beim Entladen im Saalbau Titus-Forum hat Oertl alles im Griff: Er organisiert Einfahrt und Wagen, telefoniert den Weihnachtsbäumen hinterher und zeigt Günter Petzschner, was wo hin muss. Dafür ruft er auch schon mal: „Günter, so doch net, du Eierkopp.“ Doch der lässt sich davon nicht aus der Ruhe bringen.

Als Oertl auf der Bühne steht und sein Blick über die Halle schweift, scheint er zufrieden: „Das wird hier so richtig weihnachtlich.“ Und weihnachtlich wird auch das Programm. Die Gäste erwarten drei Stunden mit Musik, Witz und Zauberei. Für Harald Schick von den Krätschern sei die Weihnachtsfeier im letzten Jahr ein „Aha-Effekt“ gewesen. „Die Menschen hatten wirklich Spaß. Und bei manchen hatte ich den Eindruck, dass sie sonst nicht so oft Grund zur Freude haben.“
Darum soll die Weihnachtsfeier der Altenhilfe auch ohne den Oertl-Karl weiter so viel Freude machen. Und sein soziales Engagement wird ihm weiter wichtig bleiben: „Ich hatte im Leben viel Glück. Das will ich zurückgeben“, sagt er.

Zur Startseite

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum