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Schlappekicker Sportler und Künstler Hand in Hand

Weihnachtsfeiern der Schlappekicker-Aktion waren immer ein Spiegelbild des Frankfurter Sports.

22.11.2017 12:41
Schlappekicker
Sportressortleiter Erich Stör, Rudi Völler und Erich Reiter (v.l.), damals bei der Dresdner Bank bei der Übergabe eines symbolischen Schecks für die Schlappekicker-Aktion 1997. Foto: FR

Auch andere Bundestrainer wie Sepp Herberger, Helmut Schön, Jupp Derwall, und Erich Ribbeck (zuvor auch Eintracht-Coach) saßen an den Tischen. Dragoslav Stepanovic erklärte den Gästen in launigen Worten, dass „das Lewwe“ weitergeht. Trainer wie Paul Oßwald, Michael Skibbe, Dietrich Weise, Felix Magath, Rudi Völler, Klaus Schlappner, Udo Klug, Jörg Berger und Lothar Buchmann plauderten zu ganz unterschiedlichen Zeiten über Fußball aus dem Nähkästchen. Und sogar Uwe Seeler und Lothar Emmerich fanden den Weg zum Schlappekicker.

Das Wichtigste für die Schlappekicker-Aktion und die Weihnachtsfeiern waren indessen die Künstler und Helfer. Willy Groß, seinerzeit ein bekannter Schiedsrichter, sammelte Mark um Mark bei den Fußballvereinen und in Lokalen. Später übernahm Hans Lankes diese Rolle und füllte sie mit Leidenschaft aus. Die „Altsportlervereinigung“ und der „Club der Altfußballer“ spendeten hohe Summen, ganz zu schweigen natürlich von den unzähligen Einzelspendern, die ihr Scherflein beitrugen. 

Ganz unmöglich aber wäre der Erfolg der Weihnachtsfeiern ohne die vielen Mitwirkenden aus Show und Unterhaltung gewesen. „Mama Hesselbach“ Liesel Christ zählte als Chefin des Frankfurter Volkstheaters über ein Vierteljahrhundert zu den treuen Künstlern, ebenso ARD-Börsianer Frank Lehmann. Die „Blaue-Bock-Wirtin“ Lia Wöhr mit ihrem „Kellner“ Reno Nonsens, Startrompeter Conny Jackel, „Scherz-Telefonierer“ Bodo Bach (alias Robert Treutel) waren in Einzelauftritten präsent. Frankfurter Karnevalisten trugen als „Test“ ihre Büttenreden vor, die sie in der folgenden Kampagne dem Publikum zu präsentieren gedachten. In all den Jahren haben sich noch zwei Mitwirkende um die Weihnachtsfeiern verdient gemacht: Der Zeilsheimer Bub und Schlagersänger Benny Maro, der über viele Jahre für gute Stimmung sorgte, und der Altenstädter Karnevalist Karl Oertl, viele Jahre Sitzungspräsident bei „Hesse lacht zur Fassenacht“ des Hessischen Rundfunks. Oertl engagierte sich neben seinen Auftritten besonders im organisatorischen Bereich und sorgte mit Sponsoren für Geschenkpakete.

So viele Namen, aber immer neue kehren ins Gedächtnis zurück. Der Sänger Ivan Rebroff sang am Anfang seiner Karriere bei einer Schlappekicker-Feier. Zu Gast waren Wolfgang Mischnik sowie die Frankfurter Oberbürgermeister Walter Wallmann, Rudi Arndt und Petra Roth. 
Aus dem Sport sind noch die Eisstars Marika Kilius und Franz Ningel zu nennen, aus der Leichtathletik Sprint-Olympiasieger Armin Hary, 800-Meter-Bronzemedaillengewinner Heinz Ulzheimer (Helsinki 1952), 400-Meter-Hürdenkönig Harald Schmid und Geher Bernhard Nermerich, die Radstars Didi Thurau, Rudi Altig und Horst Holzmann, Fechterin Cornelia Hanisch, die Fußballerinnen Birgit Prinz und Steffi Jones, Tennisspielerin Eva Pfaff, die Hockey-Cracks Fritz Schmidt und Detlev Kittstein, die Handballer Martin Schwalb und Mike Fuhrig. 

Auch die Vereinsvorsitzenden ließen es sich nicht nehmen, ihre Aufwartung zu machen, wie etwa Waldemar Klein (Kickers Offenbach) Peter Fischer (Eintracht Frankfurt), Heinz Ludwig und Bernd Reisig (FSV Frankfurt) sowie Siegfried Dietrich (1. FFC Frankfurt).

Frankfurts ehemalige Sportdezernentin Sylvia Schenk war nicht nur Gast bei den Weihnachtsfeiern, sondern schnürte 1984 für eine Schlappekicker-Fußballmannschaft, in der außer FR-Redakteuren auch Willi Neuberger und Bernd Hölzenbein kickten, die Fußballstiefel, um Geld einzuspielen.

All die Jahre, so viele Namen, so viel Prominenz. Die Schlappekicker-Aktion und ihre Weihnachtsfeiern waren über die Jahrzehnte hinweg neben dem humanitären Anliegen auch ein eindrucksvolles Spiegelbild des Frankfurter Sports.

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