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Preisverleihung 2010 Den Menschen neue Ziele geben

Der Frankfurter Turnverein 1860 und der Verein für soziale Heimstätten haben den Schlappekicker-Preis des Jahres 2010 erhalten. Gerd Kindleben und Aleksandra Dominiak nahmen im Frankfurter Römer die Auszeichnung entgegen.

02.02.2011 10:34
FR-Redakteurin Katja-Sturm (l.) mit den Preisträgern Gerd Kindleben und Aleksandra Dominiak. Foto: Alex Kraus

Die Kooperation ist ein voller Erfolg. Selbstverständlich war das zu Beginn der gemeinsamen Arbeit nicht gewesen, doch mit ihrem nie ermüdenden Engagement haben es der Frankfurter Verein für soziale Heimstätten (FV) und der Frankfurter Turnverein 1860 (FTV) binnen eines Jahres tatsächlich geschafft, aus einer zunächst noch vagen Idee ein funktionierendes Projekt zu machen. „Der Anfang ist uns gut gelungen. Und jetzt haben wir auch eine gute Perspektive zum Weitermachen“, sagte Gerd Kindleben. Der Vorsitzende des FTV nahm am Dienstagabend im Römer zusammen mit der Sportkoordinatorin des FV, Aleksandra Dominiak, den mit 5000 Euro dotierten Schlappekicker-Preis der Frankfurter Rundschau entgegen, mit dem in diesem Jahr die Kooperation des FV und des FTV ausgezeichnet wurde.

Neue Möglichkeiten und Ziele

Kindleben erinnerte in seiner Rede auch daran, dass es heute darum gehe, „Menschen an neue Möglichkeiten und Ziele heranzuführen“. Das ist besonders wichtig für die Klienten des FV, der unter anderem in seinen Werkstätten Betriebssport für Behinderte organisiert. Klar ist, dass der Sport den Lebensalltag der betreuten Personen bereichert, denn durch den Sport ist es ihnen möglich, von der Rolle des Hilfeempfängers in die des selbstbewussten aktiven Bürgers zu wechseln. Dass die Eingebundenheit in das soziale Umfeld sich stabilisierend auf ihr gesamtes (auch auf das später nicht mehr betreute) Leben auswirkt, ist bekannt. Natürlich müssten ab und zu „Hemmschwellen überwunden“ werden, sagte Kindleben, aber nur durch die Vernetzung innerhalb der Gesellschaft sei es letztlich möglich, „Menschen zusammenzuführen und gemeinsam zu leben“.

Von der gemeinsamen Arbeit der beiden Vereine zeigte sich auch Stadtrat Markus Frank beeindruckt, der darauf verwies, dass „der Sport enorm viel für die Integration in die Gesellschaft“ leiste. Auch bedankte sich Frank bei der Frankfurter Rundschau, die schon seit jeher an diejenigen denke, „denen es nicht so gut geht und die unverschuldet in Not geraten sind“. Tatsächlich ist die Schlappekicker-Aktion fast so alt wie die Zeitung selbst, im kommenden Jahr feiert der gemeinnützige Verein immerhin schon seinen 60. Geburtstag.

Zahlreiche Gäste

Außer Frank hatten zahlreiche weitere Gäste den Weg in den Römer gefunden. So waren neben Rainer Falkenhain, dem Leiter der Lizenzspieler-Abteilung der Eintracht Frankfurt Fußball AG, auch der ehemalige Eintracht-Profi Dieter Stinka sowie der Stadtverordnetenvorsteher Karlheinz Bührmann, die ehemalige Leichtathletin Sylvia Schenk, der stellvertretende Stadtverordnetenvorsteher (und ehemalige Eintracht-Profi) Gert Trinklein sowie die ehemalige Turnerin Christel Müller vor Ort, die nach einem Unfall querschnittgelähmt ist und seit Jahren vom Schlappekicker unterstützt wird.

Vom aktuellen Vorstand des Schlappekickers waren außer Arnd Festerling, der bei der FR die Leitung der Redaktion Politik und Wirtschaft innehat, auch Roland Frischkorn, der FR-Sportressortleiter Thomas Vögele, Erich Reiter sowie die Vorsitzende Katja Sturm anwesend, die in ihrer Laudatio auf die Bedeutung hinwies, die der Sport für jeden Einzelnen habe: „Sie fühlen sich dazugehörig, mit anderen verbunden – auch mit denen, die Sie kaum kennen.“ Deshalb sei es umso bewundernswerter, welche Aufgabe die Preisträger in Angriff genommen hätten: „Sie haben es sich zum Ziel gesetzt, diese positiven Empfindungen und Erlebnisse im Sport all denen zugänglich zu machen, für die sie sich verantwortlich fühlen, und damit deren Selbstwertgefühl zu stärken.“ Alles Gründe, weshalb der Schlappekicker-Preis 2010 dem Frankfurter Verein für soziale Heimstätten und dem Frankfurter Turnverein 1860 zuerkannt worden ist.

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