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Frankfurter Rundschau Sportler in Not? Schlappekicker hilft!

Vielfältige karitative Aufgaben inmitten der regionalen Sportfamilie.

31.07.2015 13:07
Das Integrative Sport- und Spielfest mit Preisverleihung. Foto: Christoph Boeckheler

Soziale Angebote im Sport fördern, Integrationsmaßnahmen im Vereinssport unterstützen, Modellprojekte im Schulsport mitgestalten, in Not geratenen Leistungssportlern beistehen – die Aufgaben der Schlappekicker-Aktion sind vielfältig. Seit mehr als 60 Jahren ist der von der Sportredaktion der Frankfurter Rundschau gegründete Verein fest verankert innerhalb der großen Sportfamilie des Rhein-Main-Gebietes und hat mit den verschiedensten Initiativen unter anderem dazu beigetragen, den Blick der Öffentlichkeit auf die soziale Aufgabe des Sports zu lenken.

Entstanden ist die Schlappekicker-Aktion in ihrer heutigen Form im Jahr 1951. Damals wurden Sportler unterstützt, die in ihren Vereinen erfolgreich waren oder als Betreuer, Helfer oder Funktionäre wichtige Arbeit leisteten, aber durch den Zweiten Weltkrieg in Not geraten waren. So wurden zunächst vornehmlich ältere und bedürftige Menschen bei der jährlichen Schlappekicker-Weihnachtsfeier mit Geschenken und Spenden bedacht.

Heute belohnt der Schlappekicker-Preis mit einem Fördergeld von 5000 Euro soziales Engagement im Verein. Die Auszeichnung wird seit 1998 jährlich an einen Verein vergeben, der sich in besonderer Weise für die sozialen Aspekte im Sport einsetzt und dadurch die Rolle des Vereins als sozialer Faktor im Stadtteil oder in der Gemeinde unterstreicht. Im Rahmen einer feierlichen Zeremonie wird der Preisträger im Frankfurter Römer, inmitten der Sportprominenz des Rhein-Main-Gebietes, geehrt.

Weiterhin zeichnet der Schlappekicker jährlich fünf Gruppen oder Vereine aus, die vorbildlich im Behinderten- und Integrativen Sport arbeiten, und bedenkt sie mit jeweils 2000 Euro. Bei der Auswahl der Projekte legt die Schlappekicker-Aktion stets Wert auf die Vielfalt der Angebote: vom Rollstuhlsport über Fußball mit geistig Behinderten bis hin zu Tandemfahren mit Sehbehinderten.

Ein weiteres Augenmerk des gemeinnützigen Vereins liegt darin, Sportlern beizustehen, die in Not geraten sind oder nach Unfällen ihr Leben mit einer Behinderung meistern müssen. Helfen konnte die Aktion in den Jahrzehnten ihres Bestehens dabei schon Menschen aus den verschiedensten Sportarten. Vom Radsport über Fußball, Ringen bis hin zum Turnen zeigte sich der Schlappekicker als verlässlicher Partner.

Am längsten unterstützt die Aktion Christel Müller. Beim Training in der Turnschule Frankfurt verunglückte die Leistungssportlerin und mehrfache Hessenmeisterin im Jahr 1979 schwer und ist seitdem vom Hals abwärts gelähmt. Seit 1987 erhält sie von der Schlappekicker-Aktion einen regelmäßigen monatlichen Beitrag zu ihrem Lebensunterhalt.

Geholfen wurde beispielsweise auch Rüdiger Böhm, einem Jugendtrainer des SV Darmstadt 98, der bei einem Verkehrsunfall beide Beine verlor und von der Krankenkasse nur die Pflichtbeiträge erhielt. Ihm half der Schlappekicker mit einem Zuschuss zum behindertengerechten Umbau seiner Wohnung sowie bei der Anschaffung von Sportprothesen. Rüdiger Böhm konnte so sein Sportstudium abschließen. Nachdem er später zunächst Nachwuchsmannschaften des Karlsruher SC betreut hatte, war er von 2010 bis 2012 beim FC Thun II als Trainer in der Schweiz tätig. Unbürokratische Soforthilfe gab es für den Turner Johannes Hablik, der bei einem Sportunfall am 3. November 2002 schwer verunglückte, vom Hals abwärts gelähmt ist. Zudem erhält Hablik eine monatliche Förderung und Unterstützung bei der Anschaffung therapeutischer Geräte.

Die Veranstaltungen des Schlappekicker, früher die Weihnachtsfeier, jetzt die Preisverleihung im Römer oder die Jubiläumsfeier zum 60-jährigen Bestehen des Vereins, waren und sind für die Sportfamilie der Region immer willkommene Gelegenheit, um die soziale Verantwortung des Sports deutlich zu machen und das Anliegen des Schlappekicker zu unterstützen.

Dementsprechend prominente Schirmherren konnte der gemeinnützige Verein deshalb für sich gewinnen: Bundesliga-Rekordspieler Karlheinz Körbel ist Schirmherr der Schlappekicker-Aktion – zuvor war dies  der verstorbene Ehrenspielführer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, Fritz Walter.

Die aktuellen und ehemaligen Sportlerinnen und Sportler geben aber nicht nur ihren Namen für den Schlappekicker her – sie helfen auch durch eigene Spenden und die Teilnahme an Sammelaktionen. So konnten insgesamt fast 1,2 Millionen Euro seit dem Bestehen der Aktion aufgebracht werden. Vorsitzender ist FR-Chefredakteur Arnd Festerling.

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