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FR-Hilfsaktion Zahlen und Fakten zur Schlappekicker-Aktion anno 2018

Seit 1951 hilft die Schlappekicker-Aktion der Frankfurter Rundschau unverschuldet in Not geratenen Sportler/innen und unterstützt Sportvereine und -initiativen, die sich in besonderer Weise gesellschaftlichen engagieren.

12.11.2018 15:38
integratives Sport- und Spielfest
Schlappekicker anno 2018: Viele gute Ideen und Initiativen dank vieler Spender. Anfang November profitierten davon für ihre Behindertensport-Aktivitäten die Klettergruppe „Hoch hinaus“ der Sektion des Deutschen Alpenvereins Wiesbaden, die Tauchsportinitiatve „Wasserflöhe“ der VSG Darmstadt für Menschen mit geistiger Behinderung und das Triathlon-Angebot „Tri Kids“ der SG Nied für Kinder und Jugendliche mit Handicap, denen jeweils ein Scheck in Höhe von 3000 Euro für ihre Arbeit überreicht wurde. Foto: Rolf Oeser

Die Spendensumme der Weihnachtssammlung in nunmehr 67 Schlappekicker-Jahren liegt knapp unter 2,5 Millionen Euro. Sicher keine gigantische Summe im Vergleich zu heutigen TV-Spendengalas – und trotzdem ein beachtliches Ergebnis. Denn die Schlappekicker-Aktion versteht sich von jeher als eine regionale Sammlung in der Rhein-Main-Region, die laut Satzung „unverschuldet in Not geratenen Sportler/innen hilft und Sportvereine und -initiativen unterstützt, die sich in besonderer Weise gesellschaftlichen engagieren.“

Viele Jahre gezielt unterstützt wurde die 2017 im Alter von 61 Jahren verstorbene Kunstturnerin Christel Müller, die 1979 beim Training bei einem Überschlag mit Salto vorwärts beim Pferdsprung so unglücklich stürzte, dass sie zunächst einen Atemstillstand hatte. Seitdem war die mehrfache Hessenmeisterin des TV Vorwärts Frankfurt vom Hals abwärts gelähmt und musste permanent künstlich beatmet werden.

In den 90er Jahren verlor Rüdiger Böhm einen Tag vor seinem 27. Geburtstag beide Beine bei einem Verkehrsunfall in der Darmstädter Innenstadt, als ein Lastwagen den Radfahrer anfuhr. Böhm, damals Jugendtrainer bei den „Lilien“, lag danach 30 Tage im Koma und im Krankenhaus. Ein Beitrag der Schlappekicker-Aktion: nach Kontakten mit dem DFB konnte er seine Fußballlehrer-Prüfung an der Deutschen Sporthochschule in Köln abschließen. Anschließend war Böhm, der Prothesen an beiden Beinen trägt, Nachwuchs-Trainer beim Karlsruher SC und in der Schweiz. Heute ist er Motivations-Coach und Buchautor.

Schlappekicker-Preis 1998 erstmals verliehen

Erstmals 1998 verliehen wurde der Schlappekicker-Preis, er ging damals an den TV 1860 Frankfurt für ein Mitternachts-Basketball-Projekt. Im Vorjahr gewann der FC Gudesding, dessen erste Mannschaft in der Fußball-Kreisliga A aktiv ist und ihre Heimspiele im Frankfurter Ostpark austrägt. Die Jury würdige das Engagement des Vereins gegen Antisemitismus und sexuellen Missbrauch im Sport.

Viele Prominente und Schlappekicker-Freunde waren im Vorjahr mit von der Partie bei der Feier im Römer. Der Andrang war so groß, dass Oberbürgermeister Peter Feldmann die Gäste nicht wie sonst im Limpurgsaal, sondern erstmals im Kaisersaal begrüßte. 

Mit dem Schlappekicker-Preis 2018 wurde, wiederum in Anwesenheit von vielen Prominenten aus dem Frankfurter Sport, der Judo-Verein Kim Chi Wiesbaden im Römer ausgezeichnet. Dank der Kooperation mit 24 Grundschulen und 15 Kindertagesstätten in Wiesbaden erhalten zwischen 1500 und 2000 Kindern die Möglichkeit, ohne großen finanziellen und logistischen Aufwand an Judokursen teilzunehmen. Besonders Kinder aus sozial benachteiligten Familien sowie Kinder mit Migrationshintergrund, die u. a. durch die aktuelle Flüchtlings-Situation auf der Suche nach neuen sozialen Kontakten sind, werden von dem Kim Chi-Angebot angesprochen.

In nunmehr 21 Jahren profitieren vom jährlich mit 5000 Euro dotierten Schlappekicker-Preis unterschiedlichste Vereine und Einzelpersonen, die sich im Turnen, Handball, Boxen, Fußball, Schwimmen, Basketball oder bei einem Selbstverteidigungs-Projekt, der Fitness-Initiative „Frauen in Bewegung“ und einem Angebot für Menschen mit psychomotorischer Störung engagierten.

Jeweils 3000 Euro erhielten Anfang November 2018 beim Sport- und Spielfest der Stadt Frankfurt drei Preisträger, die Vorbildliches unter dem Stichwort „Inklusion“ leisten. Geehrt wurden die Kletter-Gruppe „Hoch hinaus“ der Sektion Wiesbaden des Deutschen Alpensportvereins, die Darmstädter Tauchsport-Initiative „Die Wasserflöhe“ für geistig Behinderte und die Organisatoren des Triathlons der SG Nied für Kinder mit einem Handicap.

Interessante Projekte 

Zusätzlich mit maximal 2000 Euro werden inzwischen auch im Laufe des Jahres vom Schlappekicker interessante Projekte ausgezeichnet, die finanzielle Unterstützung für die Basisarbeit in ihrem sportlichen Alltag benötigen. So wurden Behinderten des kirchlichen Zentrums „Aumühle Wixhausen“ die Teilnahme an einem Fußball-Turnier finanziert, weil sie sich sonst Reise und Aufenthalt nicht leisten hätten können.

Ebenfalls unterstützt wurde die Obdachlosen-Mannschaft der „Lilien-Kicker“ aus Wiesbaden, die vielfältige Brennpunkt-Arbeit des FC Heisenrath in Frankfurt-Goldstein und das Blindenfußball-Team „team united“ von Teutonia Köppern. Ein aktuelles Pilot-Projekt ist außerdem die Förderung der Jung-Schiedsrichter/innen der Fußballkreise Frankfurt und Offenbach in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Fußball-Verband. Prominente Gäste des Tages beim Seminar in der Sportschule des LSB Hessen waren u. a. der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Lutz Wagner, heute DFB- und HFV-Lehrwart, ein Spezialist für Körpersprache und Ex-Eintracht-Nationalspieler Ronald Borchers.

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