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Eintracht Frankfurt Ein ganz besonderes Geschenk

Die Traditionsmannschaft der Frankfurter Eintracht unterstützt die Schlappekicker-Aktion mit einem Benefizspiel in Heusenstamm.

22.09.2013 17:02
Teams in Pose: Traditionsmannschaft der Eintracht tritt gegen die Journalisten des Vereins Frankfurter Sportpresse an. Foto: Pressefotografie Storch, Bad Hg.

Sie können halt noch immer ein bisschen kicken. Ronny Borchers streichelte den Ball, Alexander Schur tanzte seinen Gegenspieler schwindlig, während Uwe Müller sich gemeinsam mit Thomas Lasser durch die zugegebenermaßen etwas brüchige Verteidigungslinie des Gegners kombinierte. Gelernt ist eben gelernt, auch wenn die ehemaligen Profis heute nur noch hobbymäßig ihre Fußballstiefel schnüren.

Die 300 Zuschauer kamen jedenfalls voll auf ihre Kosten, als die Traditionsmannschaft der Frankfurter Eintracht am Freitagabend in Heusenstamm zu einem Benefizspiel gegen ein Team der Frankfurter Sportpresse antrat, das noch durch Spieler der Alten Herren der TSV Heusenstamm verstärkt wurde.

Der Erlös der Begegnung kam der Schlappekicker-Aktion zugute, die 1951 von der FR-Sportredaktion unter dem damaligen Ressortleiter Erich Wick gegründet worden war.

Unterstützung für Müller und Hablik

Unterstützte der Schlappekicker damals all jene Sportler, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Not geraten waren, setzt der gemeinnützige Verein mit Veränderung der sozialen Situation heute neue Akzente und stellt die finanziellen Mittel vermehrt dem Behinderten- und Schulsport zur Verfügung.

Schirmherr der Aktion ist Bundesliga-Rekordspieler Karl-Heinz Körbel, der dem Schlappekicker im vergangenen Jahr versprochen hatte, dass die Traditionsmannschaft künftig einmal im Jahr ein Spiel zugunsten des Schlappekickers bestreiten werde.

„Das ist ein ganz besonderes Geschenk“, freute sich Katja Sturm, die Vorsitzende der FR-Aktion, die auch die nach einem Unfall seit 1979 vom Hals abwärts gelähmte Christel Müller unterstützt, die als Zuschauerin die Veranstaltung in Heusenstamm genoss: „Ich bin immer wieder gerne hier dabei.“

Auch der zweite Sportler, der eine monatliche Förderung erhält, wäre gerne vor Ort gewesen. Eintracht-Fan Johannes Hablik, der nach einem Sportunfall vor einigen Jahren im Rollstuhl sitzt, musste seine Teilnahme aber leider absagen.

So verpasste er die kräftige Abreibung, die die Ex-Profis den Journalisten verpassten. FR-Sportredakteur Jan Christian Müller hatte schon vor dem Anpfiff mit dem Schlimmsten gerechnet: „Die schießen uns gnadenlos ab.“ Richtig getippt, am Ende stand es nämlich 17:3 (9:2) für die Eintracht.

Besonders in Erscheinung trat dabei Thomas Sobotzik, der vor dem Spiel ganz offensichtlich nur wenig von dem Kuchen genascht hatte, den Bäcker Wolfgang Paul feilbot. Hunger auf Tore hatte Sobotzik jedenfalls mehr als genug, ganze siebenmal schlug der 38-Jährige zu.

Die weiteren Treffer erzielten Thomas Lasser (drei), Patrick Glöckner und Alex Schur (je zwei) sowie Andree Wiedener, Uwe Müller und Frank Gerster (jeweils ein Tor).

Axel Hellmann und Bernd Hölzenbein zu Gast

Von den Journalisten schrieb sich – im Gegensatz zum zweimal erfolgreichen TSV-Stürmer Michael Ott – keiner in die Torschützenliste ein, auch nicht Kapitän Thomas Kilchenstein oder Chefredakteur Arnd Festerling.

Dafür tat sich Torwart Frank Hellmann hervor, als er den Ball nach einem Schuss von Körbel per Hechtsprung aus dem Toreck fischte.

Applaus gab’s dafür von Sylvia Schenk, der Sportbeauftragten von Transparency International, Eintracht-Finanzvorstand Axel Hellmann und dem 74er-Weltmeister Bernd Hölzenbein, die zudem beide im Interview mit dem ehemaligen DFB-Pressechef Harald Stenger vom guten Start in die Europa League schwärmten.

Ganz so stark wie die jetzigen Spieler sind die Ex-Profis zwar nicht mehr, ein bisschen kicken können sie aber halt schon noch.

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