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Zukunft der Altstadt Gefahr des Aufschwimmens

Schwarz-Grün vertagt Ausschreibung des Altstadt-Projekts angesichts vieler ungelöster Fragen: Zum Beispiel ist unklar, wann das Projekt europaweit ausgeschrieben wird. Von Claus-Jürgen Göpfert

Fachwerk oder nicht? Bei der Römerberg-Ostzeile ist die Frage schon entschieden. Foto: FR/Boeckheler

Der Zeitplan für die Rekonstruktion der historischen Altstadt-Häuser ist über den Haufen geworfen worden. Wann dieses Renommier-Projekt der Stadt Frankfurt europaweit ausgeschrieben werden kann, ist völlig offen. Die Vorlage von Planungsdezernent Edwin Schwarz (CDU) zur Ausschreibung wurde am Freitagmittag von der Stadtregierung gestoppt. Das beabsichtigte Votum am 11. Dezember im Stadtparlament ist vom Tisch. "Die Koalitionsfraktionen von CDU und Grünen haben noch Beratungsbedarf", so der Leiter des OB-Büros, Peter Heine.

Tatsächlich herrscht bei Schwarz-Grün Alarmstimmung angesichts ungelöster Fragen des Projekts. "Die Grundzüge müssen geklärt sein, bevor die Ausschreibung beschlossen wird", so die Vorsitzende des Dom-Römer-Ausschusses, Heike Hambrock.

Alarmiert zeigen sich CDU und Grüne unter anderem, weil Schwarz in seiner Vorlage erstmals technische Probleme aufgeführt hat - auf die Fachleute freilich schon seit mindestens einem Jahr hinweisen, ohne Gehör zu finden. "Statische Voruntersuchungen haben gezeigt, dass lediglich ein Abriss des Technischen Rathauses bis zur Höhe der Pförtnerloge ohne Gefahr des Aufschwimmens des darunterliegenden U-Bahn-Tunnels betrieben werden kann", heißt es zum Beispiel. Schwarz schlägt deshalb vor, das riesige Gebäude "lediglich bis zu diesem Niveau" abzubrechen. Die Ruine des Technischen Rathauses solle dann stehenbleiben, bis das gesamte Grundstück einem "Projektentwickler übergeben" werde.

"Wir können unmöglich das Technische Rathaus nur halb abreißen", widerspricht CDU-Sprecher Jochem Heumann. Er fürchtet die Symbolkraft, wenn längere Zeit im Herzen der Stadt eine Ruine steht - "wir müssen dafür eine Lösung finden", sagt auch die Grüne Hambrock. Noch immer kämpft der Architekt der Kunsthalle Schirn, Dietrich Bangert, gegen den geplanten Abriss des "Tisch"-Bauwerk neben der Schirn. Planungsdezernent Schwarz war beauftragt worden, mit Bangert zu verhandeln - es gab aber noch kein Treffen.

Die Grünen schlagen als Kompromiss jetzt vor, Bangert selbst mit einer Neuplanung des Geländes zwischen Schirn und künftiger Altstadt-Bebauung zu betrauen. Unter anderem muss dann ein Höhenunterschied von mehr als zwei Metern baulich überwunden werden. Noch immer keine Lösung gibt es auch für die Überbauung des Archäologischen Gartens und den künftigen Zugang zur U-Bahn-Station Dom-Römer.

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