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Wurstwaren Etikett führt in die Irre

Kalbsleberwurst muss Kalbsleber enthalten. Die Verbraucherzentrale Hessen hat deswegen einen Hersteller abgemahnt.

Wurstwaren
Nach den Leitsätzen für Fleischerzeugnisse des Deutschen Lebensmittelbuches muss eine Kalbsleberwurst mehr als 50 Prozent Leber enthalten. Foto: Imago

Die Verbraucherzentrale Hessen hat einen Metzger abgemahnt, weil seine Kalbsleberwurst keine Kalbsleber enthielt. Das Erzeugnis der Josef Schäfermeier GmbH bestand überwiegend aus Schweinefleisch. Das sei nach den Leitsätzen für Fleischerzeugnisse des Deutschen Lebensmittelbuches nicht akzeptabel, rügen die Verbraucherschützer. Demnach soll eine Kalbsleberwurst zu mehr als 50 Prozent die Leber und ausschließlich das Fleisch vom Kalb oder Rind enthalten.

Das Produkt des Fleischereibetriebs aus Lippstadt in Nordrhein-Westfalen bestand laut Zutatenliste aus 51 Prozent Schweinefleisch, 28 Prozent Schweineleber und 15 Prozent Kalbfleisch. Nach dem Blick auf die Verpackung wunderte sich eine Kundin nicht mehr, dass die Kalbsleberwurst nach Schweineleber schmeckte. Sie fühlte sich getäuscht und meldete sich beim Portal Lebensmittelklarheit, der Beschwerdestelle der Verbraucherzentralen im Internet.

Die Expertinnen aus Hessen, die das Portal redaktionell betreuen, stimmten der Frau zu und mahnten den Hersteller wegen der irreführenden Bezeichnung ab.

Leitsätze des Lebensmittelbuches nicht verbindlich

Die Josef Schäfermeier GmbH verpflichtete sich in einer Unterlassungserklärung, die Ware nicht mehr als Kalbsleberwurst anzubieten. Das Unternehmen bezeichnet das Produkt jetzt als „Leberwurst mit Kalbfleisch“. Damit wolle er zukünftig Konflikte mit Verbrauchern ausschließen, erklärte der Inhaber Josef Schäfermeier auf Anfrage. Die Wurst stellt er weiter ohne Kalbsleber her, weil Schweineleber günstiger sei. Das Produkt sei auch immer als „Kalbfleischwurst“ verkauft worden. Die Bezeichnung „Kalbsleberwurst“ sei durch einen Fehler bei der Etikettierung entstanden. „Es geht nicht um Verbrauchertäuschung“, betonte Schäfermeier.

Die Leitsätze des Lebensmittelbuches beschreiben die Zusammensetzung und Kennzeichnung von Wurstwaren. Sie sind rechtlich nicht verbindlich, wie Wiebke Franz von der Verbraucherzentrale Hessen erläutert. Die Verbraucherschützer setzen sich in der Lebensmittelbuchkommission dafür ein, die Richtlinien weiter zu verbessern. Sie forderten, dass die Tierarten bei Fleischerzeugnissen deutlicher gekennzeichnet werden. So sollen Putenwiener von der Pute stammen und Lammsalami vom Lamm. Bisher durften sie überwiegend aus Schwein oder Rind bestehen. In der Kommission sind auch Fleischhersteller, Vertreter der Lebensmittelüberwachung und Tierärzte vertreten.

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