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Windkraft Die Windkraft und das Funkfeuer

Drei Kilometer Abstand zwischen einem Windrad und einem Funkfeuer reichen, so ein Gutachten aus dem Norden Deutschlands. Die Deutsche Flugsicherung hält dagegen an 15 Kilometern fest.

Klaus-Dieter Scheurle will möglichst schnell auf Satelliten-Navigation umstellen. Foto: dpa

Das „Funkfeuer Michaelsdorf“ steht in der Gemeinde Stockelsdorf bei Lübeck. Fast wäre Michaelsdorf in die Geschichte der deutschen Energiewende eingegangen: Ein Gutachter hatte festgestellt, dass ein Abstand von drei Kilometern ausreicht, um dort oben, im hohen Norden Störungen im Flugbetrieb zu vermeiden. Die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (Icao) sieht einen Mindestabstand zwischen Funkfeuer und Windrad von 15 Kilometern vor. Dabei wird es auch bleiben, wie der Geschäftsführer der Deutschen Flugsicherung (DFS), Klaus-Dieter Scheurle, am Dienstag klarstellte.

Man habe zwei renommierte internationale Institute beauftragt, das Gutachten aus Schleswig-Holstein zu überprüfen. Sowohl die Experten der US-amerikanischen Ohio University als auch die der französischen Ecole Nationale de l´Aviation Civile seien zu dem Ergebnis gekommen, dass die Ergebnisse von Michaelsdorf nicht übertragbar seien. Deshalb werde es auch in Zukunft bei der 15-Kilometer-Vorgabe bleiben.

7,2 Sekunden Verspätung

Ein Funkfeuer ist eine terrestrische Anlage, ihre Signale dienten der Orientierung und Navigation im Luftraum, erläuterte Scheurle und wiederholte seine Forderung, die Satelliten-Navigation „verpflichtend“ einzuführen. Dann seien auch viel eher sogenannte gekurvte Anflüge möglich und auch die Windpark-Problematik könnte anders angegangen werden, betonte Geschäftsführer Scheuerle. „Es liegt uns ja nichts daran, Windenergie-Anlagen zu verhindern.

Bundesweit hat sich der politische Druck erhöht, die 15-Kilometer-Vorgabe zu überprüfen. So sollen die Fachminister aller Bundesländer die Einstellung der Flugsicherung und ihrer vorgesetzten Behörde, des Bundesaufsichtsamts für Flugsicherung (BAF), bedauern. Scheurle machte deutlich, dass es für die DFS keinen Spielraum gebe und sie verpflichtet sei, sich an die Vorgaben der Icao zu halten. Es gebe aber auch Einzelfall-Prüfungen im Simulationsverfahren.

Nach den von der hessischen Landesregierung gewünschten Lärmpausen auf dem Frankfurter Flughafen befragt, hüllte sich der DFS-Chef in Schweigen. Alle Beteiligten, die Airlines, der Flughafen und die Politik, hätten Stillschweigen vereinbart.
Durch die Unwetter der letzten Tage habe sich die Flugsicherung „erhebliche Verspätungsminuten eingefangen“, bedauerte Scheurle. Ohne diesen Ausnahmezustand sei die Verspätungsquote minimal. Sie betrage im Durchschnitt pro Flug 0,12 Minuten oder 7,2 Sekunden.

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