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Windenergie in Hessen Mehr Platz für Windräder

Kommunale Energieversorger und andere Unternehmen fordern, dass Hessen mehr Platz für Windkraftanlagen ausweist.

Klimaschutz in Hessen
Zwei Prozent der Landesfläche in Hessen sind bislang für Windkraftanlagen vorgesehen. Foto: Arne Dedert (dpa)

Die kommunalen Energieversorger und andere Unternehmen in städtischer Hand plädieren dafür, mehr Platz für Windräder in Hessen auszuweisen. Ein Anteil von zwei Prozent der hessischen Fläche, der zurzeit für Windkraftanlagen vorgesehen ist, reiche nicht aus, um die Energieziele zu erreichen.

Das sagte Ralf Schodlok, der Vorsitzende der VKU-Landesgruppe Hessen am Dienstag in Wiesbaden. Der Verband kommunaler Unternehmen vertritt knapp 150 Firmen, insbesondere aus den Bereichen Energie, Wasserversorgung, Abwasser- und Müllentsorgung. Er stellte bei einer Pressekonferenz seine Forderungen an die Landespolitik vor. Schodlok ist Vorstandschef der Wiesbadener Eswe.

Alle Parteien im Landtag und zahlreiche Verbände hatten beim hessischen Energiegipfel im Jahr 2011 das Ziel beschlossen, dass die Strom- und Wärmeversorgung Hessens bis 2050 vollständig aus erneuerbaren Quellen kommen soll. Zugleich gaben sie vor, mindestens zwei Prozent der Landesfläche für Windkraftanlagen bereitzustellen und sie auf diesen Flächen zu konzentrieren.

Der VKU kommt aber zu der Einschätzung, dass die Zwei-Prozent-Vorgabe „in der Praxis“ nicht ausreiche, um das Ziel für 2050 zu erreichen. An etlichen ausgewiesenen Standorten zeigten sich Hindernisse, etwa durch Beschränkungen für den Natur- und Artenschutz oder wegen unzureichender Windverhältnisse, erläuterte Schodlok. Die jetzige Regelung bedeute daher eine Ausweisung von „zwei Prozent brutto, aber nicht die zwei Prozent netto, die man bräuchte“. Dies müsse eine kommende Landesregierung ändern.

Die kommunalen Unternehmen fordern auch eine Beteiligung am Ausbau der Glasfaserleitungen für schnelles Internet und der Ladepunkte für Elektrofahrzeuge. „Wir sehen ein ,Rosinenpicken‘ der wirtschaftlich lukrativsten Regionen durch die Privatwirtschaft als kritisch“, heißt es in dem VKU-Forderungskatalog mit Blick auf die Elektromobilität. Auch der Glasfaserausbau müsse „flächendeckend“ kommen, sagte Schodlok. Damit kommunale Unternehmen als wichtige Akteure „auch in strukturschwachen Gegenden“ entstünden.

Schutz des Trinkwassers

Erheblichen Handlungsbedarf sehen die kommunalen Unternehmen beim Schutz des Trink- und des Grundwassers vor Verunreinigungen. Zunehmend bereiteten Spurenstoffe und Nitrate in Gewässern Probleme, die von der Landwirtschaft, der Industrie und aus Ausscheidungen von Medikamentennutzern stammten.

Julia Klinger von der Abwasserreinigung bei der Darmstädter Entega und Bernd Petermann vom Zweckverband Wasserversorgung für die Stadt und den Kreis Offenbach forderten, das „Verursacherprinzip“ anzuwenden. Die Beseitigung der Spurenstoffe könne nicht an kommunalen Wasserbetrieben hängenbleiben, sondern müsse „an der Quelle“ angegangen werden – etwa von der Pharmaindustrie.

An mehreren Standorten wird derzeit über den Bau einer vierten Abwasserreinigungsstufe diskutiert, die einen Teil der Spurenstoffe herausfiltern könnte, bevor sie ins Grundwasser gelangten. „Es gibt aber Stoffe, die werden von einer vierten Reinigungsstufe nicht vollständig herausgefiltert“, sagte Klinger. Besser sei es daher, den Eintrag zu vermeiden.

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