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Wiesbaden Wiesbaden verbannt Glyphosat

Die Stadt Wiesbaden verbietet auf ihren eigenen Feldern den Einsatz von Glyphosat. Zudem will sie sich für ein vollständiges Verbot des umstrittenen Unkrautvernichters einsetzen.

Pflanzenschutzmittel mit Glyphosat
Kanister mit einem glyphosathaltigen Mittel: Das Pflanzenschutzmittel ist hoch umstritten und steht im Verdacht, Krebs auszulösen. Foto: Jens Büttner

Auf europäischer Ebene ist ein Verbot des Unkrautvernichters Glyphosat vorerst gescheitert. Die Landeshauptstadt versucht jetzt, ihren Einfluss auf ein Verbot so gut es geht geltend zu machen und möchte das umstrittene Herbizid vollständig aus ihrem Stadtgebiet verbannen. In ihren Parks und Grünflächen und auf den Grundstücken der städtischen Gesellschaften setzen die Gärtner das Herbizid zwar bereits schon jetzt nicht mehr ein. Nun soll dem Mittel auch auf den Äckern der Garaus gemacht werden.

Der Umweltausschuss hat jetzt auf Antrag der SPD und der Grünen beschlossen, das Verbot auch auf Äcker und Felder auszuweiten, zumindest wenn diese in städtischem Besitz sind. Auf das Land von Privatleuten hat die Stadt auch gar keinen Zugriff. Wiesbaden besitzt jedoch landwirtschaftliche Flächen in einer Größenordnung von mehreren Hundert Hektar, die Landwirte nutzen.

Werden für landwirtschaftliche Flächen, die der Stadt gehören, neue Pachtverträge geschlossen oder diese verlängert, soll sich der Landwirt in einer entsprechenden Klausel zum Verzicht auf Glyphosat verpflichten. Zudem möchte sich die Stadt über die kommunalen Spitzenverbände wie dem Hessischen und Deutschen Städtetag für ein vollständiges Verbot einsetzen. Nur CDU und FDP stimmten gegen diese beiden Vorschläge, mit den Stimmen der restlichen Stadtverordneten kam das Glyphosat-Verbot auf städtischem Boden dennoch zustande.

Einstimmig ging indes der Vorschlag durch, dass städtische Einrichtungen, die Klein- und Hausgärtner beraten, mehr auf den Verzicht glyphosathaltiger Mittel hinwirken und zeigen, wie Gartenbau ohne Unkrautvernichter geht. Zudem soll der Magistrat herausfinden, auf welchen Flächen Glyphosat eingesetzt wurde und wie es um die Artenvielfalt dort bestellt ist, und dem Ausschuss darüber berichten. Das Unkrautbekämpfungsmittel steht im Verdacht, bei Menschen Krebs zu erregen und in der Pflanzen- und Tierwelt große Schäden anzurichten. 

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