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Wiesbaden Sponsoren sollen es richten

Auch wenn die Mehrheit der Stadtverordneten für einen Verbleib des Balls des Sports in Wiesbaden plädiert - eine Skepsis ist nach wie vor zu spüren.

Ball des Sports 2016: Sportler unterhalten mit einer Wassershow die Gäste. Foto: Boris Roessler/dpa

Am Tag danach zeigt sich die Deutsche Sporthilfe zufrieden. „Wir sind sehr froh, dass der Ball des Sports bis 2021 in Wiesbaden stattfinden kann“, sagt Kommunikationsdirektor Jörg Hahn auf Anfrage. Enttäuscht, dass der Vertrag nicht wir ursprünglich angedacht für zehn weitere Jahre ausgehandelt werden kann, sei man nicht. „Schließlich sind vier Jahre im Sport ein geübter Zeitraum.“

Die Wiesbadener Stadtverordneten hatten am Donnerstagabend nach einer mehrstündigen, hitzigen Debatte mehrheitlich für einen Verbleib des Balls des Sports in Wiesbaden votiert. CDU, FDP und SPD beschlossen den Antrag des Oberbürgermeisters Sven Gerich (SPD) und beauftragten den Magistrat, mit der Deutschen Sporthilfe einen Vier-Jahres-Vertrag auszuhandeln.

Die Belastung des städtischen Haushalts von bislang 487 000 Euro soll um 100 000 Euro verringert werden. Diese 100 000 Euro sollen künftig über Sponsoren oder einen Förderverein akquiriert werden .

Bereits im Vorfeld war in Wiesbaden über die Großveranstaltung diskutiert worden: Für die einen ist sie eine „Party für einen kleinen Bevölkerungsteil“ (Grüne), für die anderen gibt es „handfeste wirtschaftliche Gründe, den Ball in Wiesbaden zu halten“ (Oberbürgermeister Gerich). Während CDU und FDP das Event stets unterstützt hatten, hatte sich die SPD gewunden.

Skepsis bei SPD

Wenige Wochen vor der Stadtverordnetenversammlung hatte der Unterbezirksrat der SPD gegen die Ausrichtung des Balls in Wiesbaden gestimmt. Und auch am Donnerstagabend war bei den Genossen Skepsis zu spüren: „Nicht alle werden an diesem Abend mit der gleich großen Überzeugung die Hand heben“, hatte SPD-Fraktionsvorsitzender Christof Manjura vor der Abstimmung erläutert.

Trotzdem votierten die Genossen einmütig für den Verbleib des Balls, nicht zuletzt auch, um Oberbürgermeister Gerich nicht in den Rücken zu fallen, der den Ball kurzerhand zur Chefsache gemacht hatte.

Klare Kante zeigten sowohl Linke und Piraten als auch die Grünen, die die Veranstaltung ablehnten. An allen Enden müsse in Wiesbaden gespart werden, deshalb sei eine Unterstützung des Balls des Sports in dieser Höhe nicht zu rechtfertigen, erläuterte beispielsweise Brigitte Forßbohm von den Linken und Piraten.

Kritik äußerte auch die AfD. Ihr Geschäftsführer Robert Lambrou forderte die Stadt auf, zuzusichern, dass Stadtgesellschaften als Sponsoren ausgeschlossen seien. „Sonst bleiben auch die 100 000 Euro bei der Stadt hängen. Das ist dann das Rechte-Tasche-linke-Tasche-Prinzip.“ Gerich erwiderte, dass er den städtischen Gesellschaften nicht verbieten könne, sich an einem Förderverein zu beteiligen. „Was ich Ihnen aber zusichern kann, ist, dass ich keinen Brief schreiben werde mit der Aufforderung, sich finanziell zu beteiligen.“

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