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Wiesbaden Mehr Straßenfastnacht in Wiesbaden

Wiesbaden hat den größten Karnevalsumzug in Hessen, im Jahr 2018 wird eine halbe Million Zuschauer erwartet.

Fastnachtsumzug in Wiesbaden
In diesem Jahr angesagt: Fastnacht im Freien. Foto: Michael Schick

Früher war der Start der Wiesbadener Kampagne eine schnelle Sache. Am 11.11. um 11.11 Uhr hissten Fastnachter ihre Fahne. Dann hieß es ab in den Alltag. Gefeiert wurde erst am Abend. In diesem Jahr soll das anders sein, denn der 11.11. ist ein Samstag. Oberbürgermeister Sven Gerich (SPD) und Simon Rottloff, Vorsitzender der Dachorganisation Wiesbadener Karneval (Dacho), werden um 11.11 Uhr auf dem Schlossplatz die Fahne hissen, und im Anschluss steigt eine Party, die bis zum frühen Abend dauern soll.

„Wir möchten die Straßenfastnacht ausbauen“, erklärt Rottloff, denn es zeige sich, dass die Leute gerne im Freien feierten. Auch am Fastnachtssonntag (11.2.) soll es nach dem großen Umzug nachmittags auf dem Schlossplatz Musik und Remmidemmi geben. Dieser Straßenumzug ist Hessens größter Zug und lockte im vergangenen Jahr 400.000 Zuschauer an.

Für 2018 möchten die Organisatoren auf eine halbe Million Besucher kommen. 37 Musikzüge gehen mit, die Knabenkapelle Dinkelsbühl, der Musikverein Siershahn, der als eines der besten Blasorchester in Rheinland-Pfalz gilt. Drei große Hexengruppen aus Schwaben sind dabei und erstmals die Gruppe La Fantasia, die venezianische Kostüme präsentiert. Die Wiesbadener Vereine bereiten fünf Motivwagen vor, die Gesellschaft und Politik den Spiegel vorhalten sollen.

Um Geld für die Kampagne einzunehmen, bringt die Dachorganisation, der die zwölf Wiesbadener Karnevalsvereine angehören, zwei neue „Zuuchplakettcher“ heraus. Darauf sind der Räuber Leichtweiß und die Wiesbadener Kultfigur Knoblauch zu sehen. Heinrich Anton Leichtweiß trieb Ende des 18. Jahrhunderts als Wilderer sein Unwesen; Knoblauch wurde der Opernsänger Waldemar Reichhard genannt, weil er eine Vorliebe für jenes Gemüse hatte, was ihn wegen des Geruchs zum Außenseiter machte. Der Dacho-Orden hat ein bewegliches Innenteil: Figuren tanzen vor der Stadtkulisse eine Polonäse.

Trotz einer eventuellen Anschlagsgefahr möchten die Organisatoren nicht auf die Fastnacht verzichten. „Der Dachverband arbeitet eng mit dem Staatsschutz, Innenministerium, Ordnungsamt und der Polizei zusammen“, sagt Rottloff. Die Stadt habe Betonpoller angeschafft, und Transporter würden wieder Einfahrtsstraßen versperren. „Wir möchten unser Brauchtum leben wie gewohnt und nicht unter dem Druck des Terrorismus aufgeben“, sagt Rottloff. Eine absolute Sicherheit könne es aber nicht geben.

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