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Wiesbaden Leben der Zukunft

Im Wiesbadener Rathaus wird der Entwurf für ein integriertes Stadtentwicklungskonzept vorgestellt und auch diskutiert.

Stadtentwicklung
In Igstadt könnten neue Wohnungen entstehen. Foto: Michael Schick

Wie soll sich Wiesbaden bis zum Jahr 2030 und darüber hinaus weiterentwickeln? Wie werden die Einwohner wohnen, leben, arbeiten und sich fortbewegen? Mit diesen Fragen befassen sich unter dem Motto „Wiesbaden 2030+“ Politiker, Stadtverwaltung, das Frankfurter Planungsbüro Albert Speer + Partner (AS+P), die Beratungsagentur Zebralog wie auch interessierte Bürgerinnen und Bürger seit Februar 2015. Am Freitag ist im Rathaus der Entwurf für ein integriertes Stadtentwicklungskonzept vorgestellt und diskutiert worden. Es soll hinsichtlich der städtebaulichen Themen Wohnen, Mobilität, Arbeiten und Freiraum sowohl die Richtung als auch Leitplanken für die künftigen Entwicklungen definieren.

Die Stadtgebiete entlang des Rheins und Mains zeichnen sich durch eine heterogene Struktur und eine hohe Entwicklungsdynamik aus, wie Svenja Knuffke erläuterte, Projektkoordinatorin von AS+P. „Es gibt dort Flächenspielräume, etwa die ehemaligen Kasernen in Kastel, und durch Umstrukturierung vorhandener Gewerbe.“ Auch bestehe Verdichtungspotenzial um Haltestellen. Entlang der A 66 lasse sich ebenfalls noch Gewerbe ansiedeln. „Es muss aber wie eine Perlenkette bleiben, in der Freiräume sind“, erläuterte die Ingenieurin.

Das „Ostfeld“, also das Entwicklungsgebiet zwischen Südfriedhof, Erbenheim und der Autobahn 671, stelle auch ein „Impulsraum“ für Wohnen und Gewerbe dar. Potenzielle Neubauflächen für Wohnungen gibt es zudem in Vororten mit Bahnhöfen wie Igstadt sowie Auringen und Medenbach. „Es handelt sich dabei um Suchräume, wo es sich für die Stadt lohnt, genauer hinzuschauen und über die Weiterentwicklung nachzudenken“, stellte Knuffke klar. In anderen Stadtgebieten mit viel Grün, geringer Entwicklungsdynamik und geringen Flächenspielräumen gehe es hingegen darum, sie zu stabilisieren.

Das neue Stadtentwicklungskonzept ist nötig, denn das vorherige stammt aus dem Jahr 2003. Es wurde 1989 begonnen und reichte bis zum Jahr 2010. „Stadtentwicklung ist ein laufender Prozess und muss auch künftig weiter begleitet werden“, sagte Baudirektor Thomas Metz, Leiter des Stadtplanungsamts.

Fragen zur Frischluft

Auf der Basis des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts soll ein neuer Flächennutzungsplan beschlossen werden. Auch am Verkehrsentwicklungsplan 2030 wird bereits gearbeitet. Anders als in der Vergangenheit, haben die Wiesbadener verschiedene Möglichkeiten, sich zu beteiligen. „Man kann das Bürgern nicht überstülpen“, begründete das Oberbürgermeister Sven Gerich (SPD). Auch am Freitag diskutierten sie im vollbesetzten Festsaal des Rathauses in drei Gruppen mit den Fachleuten von AS+P und dem Stadtplanungsamt. Es tauchten viele Rückfragen zu den Frischluftschneisen auf. Teilnehmer wiesen darauf hin, dass auf der Stadtübersicht die Frischluftschneisen in Klarenthal und im Rambachtal fehlen. Die Citybahn, Pendlerströme, eine regionale Schnellbahn wie auch ein Radweg nach Frankfurt waren ebenso Thema wie das „Ostfeld“.

Die Diskussionsbeiträge werden wieder eingearbeitet, sagte Baudirektor Metz. Das fertige Konzept wird dann der Stadtverordnetenversammlung zum Beschluss vorgelegt. Für Sommer 2018 ist eine Ausstellung geplant.

„Stadtentwicklung ist ein generationenübergreifendes Projekt. Mischen Sie sich weiterhin ein, auch kritisch“, appellierte die scheidende Dezernentin für Stadtentwicklung und Bau, Sigrid Möricke (SPD) an die Bürgerinnen und Bürger. Möricke forderte sie auf, sich auch in den Stadtteilen ausliegende Bebauungspläne anzusehen und erläutern zu lassen.

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