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Wiesbaden Künstler laden Besucher ein

Kunstschaffende in Wiesbaden laden für diesen Sonntag dazu ein, in der Innenstadt die „Tatorte Kunst“ aufzusuchen. Für den Rundgang müssen Kunstinteressierte drei bis vier Stunden einkalkulieren.

28.10.2016 14:37
Peter H. Eisenhuth
Auch Skulpturen von Willi Schmidt bilden einen "Tatort". Foto: Privat

Eines hat sich nicht geändert, wenn Wiesbadener Künstlerinnen und Künstler am Sonntag dazu einladen, die „Tatorte Kunst“ in der Innenstadt aufzusuchen: Wer Augenzeuge all dessen werden will, was die Veranstalter an 27 unterschiedlichsten Orten zeigen, sollte über eine gewisse Grundlagenausdauer verfügen. Drei bis vier Stunden muss für den Rundgang einkalkulieren, wer an jeder Station fünf Minuten verweilen will – „aber es lohnt sich, weil wir ein ganz breites Spektrum an Arbeiten zeigen und ganz viele spannende Sachen im Programm haben“, sagt Petra von Breitenbach, eine der Organisatorinnen.

Es ist kein fester Kreis von Kunstschaffenden, der nun schon zum achten Mal an die Öffentlichkeit tritt – beziehungsweise die Öffentlichkeit in die Ateliers und Werkstätten holt, in denen die Kunst sonst eher im Verborgenen entsteht. „Unsere Gruppe ist dynamisch“, sagt die Sprecherin, „es steigen immer mal Künstler aus, dafür sind aber wieder interessante Leute dazugekommen.“ Um Teilnehmer zu werben brauchen die Veranstalter nicht: „Die Künstler interessieren sich sehr dafür, weil unsere ,Tatorte‘ eine Marktlücke schließen.“

Neu ist beispielsweise Christian Hain, der seine Malerei unter das Motto „Von der Komposition zur Kompensation“ stellt. „Ich möchte Möglichkeiten schaffen, die Welt und das Leben neu zu betrachten, um kompensieren zu können, was nicht zu verändern ist“, erläutert er seinen Ansatz, der sich vor dem Hintergrund seiner Tätigkeiten in Klinik und Hospiz entwickelt hat.

Als „spannende Newcomerin“ empfiehlt von Breitenbach die im Atelier von Gisela Grosshaus ausstellende Regine Fürst. Die grenzüberschreitend (Malerei, Zeichnung, Fotografie, Installation) arbeitende Künstlerin mit eigenem Atelier im Stadtteil Rambach weist als Ausbildungs- und Tätigkeitsorte unter anderem London, Kopenhagen, Berlin und New York auf.

Dass die „Tatorte Kunst“ in diesem Jahr politischer wirken als früher, sei der aktuellen Situation geschuldet, sagt die Sprecherin. „Kunst muss sich nicht an Tagespolitik orientieren, kann es aber“ – von Breitenbach selbst befasst sich seit fast zwei Jahren intensiv mit der Flüchtlingsbewegung, insbesondere mit den Kindern, die auf der Mittelmeerroute ertrinken. 2008 von Syrien nach Deutschland gekommen ist es der Maler Emad Korkis, der das Thema „Heimat“ aufgreift. Und Eva Raabe-Lindenblatt widmet sich in ihrer Installation „Von Ratten und Vögeln“ der „wachsenden Präsenz des Bösen“.

Künstler und Besucher sollen am Sonntag ins Gespräch kommen, sagt Petra von Breitenbach. In einem Fall wird das jedoch nicht möglich sein: Willi Schmidt, Bildhauer und ehemaliger Dozent der Frankfurter Städelschule, starb vor fünf Jahren. Skulpturen aus seinem Nachlass werden im Studio S1 in der Rüdesheimer Straße 9 gezeigt.

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