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Wiesbaden Jeder betet auf seine Weise

Eine interreligiöse Gebetskette wandert 39 Tage durch die Stadt. Am Samstag, 27. Oktober, werden zwei kleine Pilgerzüge mit dem Motto „Unterwegs auf dem Weg des Friedens“ in die interreligiöse Gebetskette integriert.

Beten
Betende Hände (Symbolfoto). Foto: Thomas Peter (Reuters)

Es könnten 39 Perlen voller Leuchtkraft für den Frieden werden. Verbunden zu einer interreligiösen Gebetskette, die sich um die Landeshauptstadt und ihr Umland legt. Jeden Tag von nun an bis zum Buß- und Bettag am 21. November soll eine der Perlen an einem anderen Ort aufleuchten, wenn Menschen, im Gebet miteinander verbunden, für Frieden in Stadt, Land und in der Welt beten. Jeder für sich und auf seine Weise und doch zusammen, weil die gleiche Vision das jeweilige Gebet bestimmt. Juden, Christen, Muslime und Bahá’i im Gebet vereint. Mit Respekt dem Anderen gegenüber, auch wenn dessen Vision vom Frieden sich von der eigenen unterscheiden mag.

In der Wiesbadener Bergkirche haben der evangelische Dekan Martin Mencke, Ökumenepfarrer Andreas Günther und Pfarrerin Rosalind Gnatt am Sonntagabend das fast sechswöchige Friedensgebet eröffnet. Haben noch einmal geworben für die Idee der Gebetskette, die sie schon einmal im vergangenen Jahr um die Stadt gewunden haben. Damals, an 46 Tagen zwischen Ostern und Pfingsten. Die große Resonanz hat sie bestärkt darin, die Menschen auch in diesem Jahr zumindest im Gebet zu vereinen. „Alle drei abrahamitischen Religionen mit ihren Konfessionen haben die Vision einer friedlichen Welt. Sich darauf zu besinnen, das ist die Idee der Gebetskette“, so Andreas Günther.

Der Ökumenepfarrer entwickelte den Gedanken des interreligiös wandernden Friedensgebetes und hat es nun zum zweiten Mal organisiert. Hat vorab schon Menschen zusammen und ins Gespräch gebracht beim Einsammeln der Unterstützungsbotschaften für das außergewöhnliche Projekt. Günther: „Ich finde es ein wichtiges Signal, wenn die verschiedenen Religionsgemeinschaften sagen, kommt zu unserem Gebet für den Frieden. Wir wollen als Gemeinde, aus unserem Glauben heraus dafür einstehen.“ Jeder betet auf seine Weise, aber jeder ist auch bei dem Anderen willkommen. „Als Gast eines Gebetes nimmt man an dem Anteil, was der jeweils anderen Religion heilig ist“, so der evangelische Pfarrer.

In der Omar-Ibnulkatab-Moschee wird am 24. Oktober gebetet, das Gästebuch mit beschriebenen Visionen einer friedlichen Welt bringt die Gemeinde der katholischen Roncalli-Kapelle mit. Weitergereicht wird es dann mit einem Friedensgruß an die Evangelische Familienbildung im Dekanat Wiesbaden, die es wiederum an die Jüdische Gemeinde in der Friedrichstraße übergibt. Das Gästebuch soll das verbindende Element der Gebetskette sein, in dem an jedem Tag Menschen, die am Gebet teilnehmen, schriftlich ihren ganz persönlichen Friedenswunsch hinterlassen können.

Auf der sandfarbenen Einladungskarte zur Teilnahme an steht das deutsche Wort Frieden groß in der Mitte, umrahmt von Peace, Pax, Paix und der Übersetzung des Mantras der interreligiösen Gebetskette in viele andere Sprachen. Erstmals öffnen in diesem Jahr auch die eriträisch-orthodoxe Gemeinde, die methodistische Kirche, neue muslimische Gemeinden und die Bahá’i-Gemeinde am Kaiser-Friedrich-Ring ihre Türen für das Friedensgebet.

Viele der Gemeinden, die sich am Friedensgebet beteiligen wollen, waren auch im vergangenen Jahr schon dabei. Pfarrer Andreas Günther freut sich darüber, dass es gelungen ist, auch kirchliche Institutionen wie die Notfallseelsorge und das Diakonische Werk für die Idee der Gebetskette zu gewinnen. Gebetet wird zudem an Orten des alltäglichen Lebens, etwa in Räumen der Familienbildung oder am 14. November im Containerdorf für Wohnungslose auf dem Freudenberg. Zum hoffentlich besonders bunten gemeinsamen Abschlussgebet mit der finalen Verbindung der Perlenkette aller teilnehmenden Juden, Christen, Muslime und Bahá’i bittet die Evangelische Kreuzkirche, Walkmühltalanlagen, am Mittwoch, 21. November, um 19 Uhr.

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