Lade Inhalte...

Wiesbaden Gruppe „Juden in der AfD“ gegründet

1. Update19 jüdische Mitglieder haben in Wiesbaden die „JAfD“ ins Leben gerufen.

07.10.2018 15:28
Jüdische Bundesvereinigung in der AfD
Der Entwurf für das Logo der jüdischen Gruppe innerhalb der AfD. Foto: dpa

Die AfD hat am Sonntag in Wiesbaden die Gruppe „JAfD“ (Juden in der AfD) gegründet.  Dagegen haben in Frankfurt ebenfalls am Sonntag die Jüdische Studierendenunion und ihre Unterstützer protestiert. Die Polizei sprach von 250 Teilnehmern.

Der Verein „JAfD“  bestehe aus 19 jüdischen Gründungsmitgliedern, sagte der AfD-Vorsitzende des Kreisverbands Lörrach und stellvertretende Vorsitzende der neuen Gruppierung, Wolfgang Fuhl. Fünf weitere, am Sonntag verhinderte Mitglieder würde zu einem späteren Zeitpunkt aufgenommen. 

Zur JAfD-Vorsitzenden wurde den Angaben zufolge Vera Kosova, AfD-Bundestagswahlkandidatin aus dem baden-württembergischen Kreis Nürtingen gewählt; stellvertretender Vorsitzender neben Wolfgang Fuhl ist Artur Abramovych (Kreisverband Bamberg). Sitz des Vereins ist Berlin. 

„Ihr bekommt keinen Koscher-Stempel von uns“, sagte Dalia Grinfeld, Präsidentin der Jüdischen Studierendenunion Deutschland (JSUD), während der Protestveranstaltung in Frankfurt. Die JSUD hatte zu der Aktion aufgerufen.

Die Polizei sprach von 250 Teilnehmern. Wer jüdisch sei, könne der AfD nicht ohne Widerspruch angehören, sagte Grinfeld. „Eine Partei, welche die Basis von jüdischem Leben aus Deutschland wieder einmal verbannen will, kann unter keinen Umständen judenfreundlich sein.“

Bekannte Feindbilder 

Eine vorab bekannt gewordene Grundsatzerklärung nennt vor allem zwei Auslöser für die Gründung der „Juden in der AfD“: eine „unkontrollierte Masseneinwanderung“ junger Männer aus dem „islamischen Kulturkreis“ mit „einer antisemitischen Sozialisation“ und die „Zerstörung der traditionellen, monogamen Familie“ durch „Gender-Mainstreaming“ und „Frühsexualisierung“. Das Verhältnis zu Israel wird ausschließlich mit Blick auf die Bedrohung durch den radikalen Islam erwähnt.

Zuvor war die geplante Gründung der Gruppe auf deutliche Kritik gestoßen. In einer gemeinsamen Reaktion hatten insgesamt 17 jüdische Organisationen, darunter der Zentralrat der Juden in Deutschland, die AfD unter anderem als rassistische und antisemitische Partei bezeichnet.

Die Grundsatzerklärung räumt zwar ein, dass sich „Antisemiten wie Wolfgang Gedeon“ in der AfD befänden, deren Einfluss werde aber „maßlos überschätzt“. Fuhl kritisierte vorab auf Anfrage auch die „Dresdner Rede“ von Björn Höcke und die „Vogelschiss“-Aussage von Gauland - als „sprachlichen Missgriff“. Beide hätten sich aber entschuldigt. (KNA)  

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen