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Wiesbaden Flüchtlinge lieben E-Learning

Ein Integrationsprojekt bietet neben klassischen Sprachkursen auch selbständiges Deutschlernen an Tablets an. Gerade das E-Learning boomt.

Lernen via Tablet-Computer
Das Lernen auf dem Tablet-Computer kommt bei den Geflohenen in Wiesbaden gut an (Symbolbild). Foto: dpa

Manchmal kann es Edith Gerhardt selbst nicht fassen, wie stark sich die Deutschkurs-Initiative des Freiwilligenzentrums für Geflüchtete seit 2015 verändert hat. Damals hätten sie nur mit Flipchart und Bleistiften in den Räumen des Flüchtlingsrats in der Blücherstraße in Wiesbaden unterrichtet und dabei viel improvisiert. Heute sind nicht nur die Deutschkurse besser ausgestattet und die Freiwilligen zu Dozenten ausgebildet worden, die Schüler können auch zwei Mal in der Woche selbstständig an Tablets Deutsch lernen.

„Beim E-Learning werden wir überrannt“, berichtet Edith Gerhardt, die mit anderen Unterstützern das Integrationsprojekt „Angekommen“ der Freiwilligenzentrale leitet.

Oft kämen sogar mehr Geflüchtete, als es Arbeitsplätze gebe. Die Schülerinnen und Schüler würden auch gerne außerhalb der Kurse die Sprache üben. Mit dem vom Deutschen Volkshochschulverband entwickelten und kostenfreien Programm „iwdl.de“ (Ich will deutsch lernen) können sie vom Anfänger- bis zum mittleren Niveau die Sprache vertiefen.

Privatmann spendet Tablets

Möglich wurde das Angebot durch die Spende von 14 Tablets durch einen Privatmann. „Jetzt ist es auch möglich, dass Geflüchtete Bewerbungen für einen Praktikumsplatz schreiben“, sagt Teamsprecherin Christina Bopp.

Das Wiesbadener Projekt „Angekommen“ ist eines der größten von Ehrenamtlichen betriebenen Integrationsprojekte in Hessen. Seit März verfügt es über eigene Räume in der Kleinen Schwalbacher Straße. Gefördert wird das Projekt von der Stadt Wiesbaden, der Hessenstiftung und der Commerzbankstiftung.

Rund 100 Lehrkräfte unterrichten 350 Geflüchtete. „Wir füllen die Lücke zu den Leistungen, die der Staat nicht anbieten kann“, sagt Teamsprecherin Christina Bopp. Für die staatlich finanzierten Integrationskurse ist das Projekt nicht zuständig. Es unterrichtet Personen, die darauf kein Anrecht haben oder zu lange darauf warten müssen.

Jetzt denken die Helfer darüber nach, in Zukunft den Geflüchteten, die in Integrationskursen sind, Nachhilfe zu geben. Bopp: „Die sind ganz schön straff, viele kommen danach zu uns zurück.“

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