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Wiesbaden Alles geben für das Nerotalfest

Anja Kossiwakis organisiert seit vielen Jahren ehrenamtlich das Nerotalfest in Wiesbaden. Jedes Mal schafft sie es, Sponsoren zu überzeugen und Künstler zu engagieren.

Das Nerotalfest
Clownin Pinocchia alias Doris Friedmann unterhält Kinder und Erwachsene im Park Nerotal. Foto: Renate Hoyer

Marcos Kossiwakis kann sich noch gut erinnern, wie alles angefangen hat: Die Familie hatte ein Haus im Nerotal gekauft, das kernsaniert werden musste. Während die Handwerker Wände einrissen und Leitungen legten, flüchtete sich seine Frau Anja Kossiwakis mit den drei Kindern in den angrenzenden Park. Die Grünanlage im englischen Stil hatte es ihr bald angetan. „Eine ideale Kulisse für ein Fest“, dachte sich Anja Kossiwakis und wandte sich mit ihrer Idee an die Stadt. Die schlug der Initiatorin vor, die Sache selbst in die Hand zu nehmen.

Schon zum achten Mal hat Anja Kossiwakis am vergangenen Wochenende das Nerotalfest am Schwarzbach organisiert. Mit ihrer Kontaktfreudigkeit und ihrem Improvisationstalent schafft es die gelernte Bankerin immer wieder, Sponsoren zu überzeugen, Caterer zur Teilnahme zu bewegen und Künstler zu engagieren. Für die Organisation schießt die Stadt jährlich 1600 Euro zu. Der Erlös des Festes kommt diesmal dem gemeinnützigen Verein Vivika zu Gute, der eine Roboterrobbe für die Altenpflege anschaffen will.

Zauberer Zinnobro und Doris Friedmann als Pinocchia begeisterten auf der Bühne die Kinder und die historischen Radfahrer strampelten auf Hochrädern wie vor 120 Jahren durch den Park. Auf der Wiese am Ententeich konnten Erwachsene und Kinder Hockey spielen und am Sonntag wurde im Park mit Picknickkörbchen vom Café Blum gefrühstückt.

„An diesem Nachbarschaftsfest teilzunehmen, ist für alle erschwinglich“, meint der Vorsteher des Ortsvereins Nordost, Theo Baumstark (CDU), der das Nerotalfest in der Folge der Kerb-Veranstaltungen sieht, die es in diesem Stadtteil zu seinem Bedauern nicht mehr gibt. Das kann Besucherin Ingrid Hrdlicka-Thouet bestätigen, die sich gerade das Tam-Tam-Food vom afrikanischen Stand schmecken lässt. „Im Nerotal-Park ist es nicht so überfüllt wie bei anderen Stadtteilfesten“, erklärt die Seniorin, die mit zwei Freundinnen aus Klarenthal gekommen ist. Das einzige, was sie vermisst, ist „ein Schoppen Apfelwein“.

Anja Kossiwakis, die für ihr Engagement von der Stadt schon mit der Goldenen Lilie geehrt worden ist, spannt für die Organisation des Nerotalfestes ihre gesamte Familie ein. Karin und Manfred Drosdzoll, ihre Eltern, bewachten mit den drei Enkelkindern jahrelang nachts im Park die Bühne, damit nichts gestohlen wird. Beim Auf- und Abbau hilft Ehemann Marcos, Tochter Tina bietet Kinderschminken an. Um das Programm zu füllen, wird schon mal der Klavierlehrer der Kinder eingespannt, erst vor einer Woche, beim Wilhelmstraßenfest, hat Kossiwakis die afrikanischen Köche kennen gelernt und vom Fleck weg engagiert. „Ich frag einfach,“ sagt die 49-Jährige. Und ihr Mann weiß: „Nein sagt da kaum einer.“

 

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