Lade Inhalte...

Wetterau Grüne schreiben offenen Brief gegen Logistikzentrum

Die Öko-Partei forciert ihre Kritik an dem geplanten Lebensmittellager in Wölfersheim. Die Führungsriege wendet sich an Rewe-Regionalleiter Jürgen Scheider.

W ir werden unsere Kontakte zu Verbänden, Multiplikatoren und Kirchen in der Region nutzen, um Ihnen die Umsetzung zu erschweren.“ Der Satz steht in einem offenen Brief des Grünen-Kreisverbands Wetterau an Rewe-Regionalleiter Jürgen Scheider. Er zeigt, dass die Grünen in der Kritik an dem geplanten Logistikzentrum des Konzerns in Wölfersheim nicht nachlassen – im Gegenteil. „Wir werden an die Landwirtschaft und die Grundeigentümer appellieren, die Flächen für Ihr Projekt nicht zu verkaufen und sich dem enteignungsähnlichen ‚Umlegungsverfahren‘ gerichtlich zu widersetzen“, schreiben der Wetterauer Grünen-Vorsitzende Rainer Knak und die Vorsitzende der Kreistagsfraktion, Sylvia Klein.

Rewe will sein Lager für Frischeprodukte von Rosbach nach Wölfersheim verlagern und ausbauen. Der Rewe-Logistikstandort in Rosbach ist nach Unternehmensangaben an seine Kapazitätsgrenzen gelangt. Dasselbe gilt für das Lager in Hungen im Kreis Gießen. Der Neubau soll auf einer 30 Hektar großen Fläche entstehen, die zurzeit landwirtschaftlich genutzt wird und an der A 45 liegt. Insgesamt müssen 550 Logistik-Mitarbeiter und 20 Azubis von Rosbach und Hungen an den neuen Standort wechseln. Das Gemeindeparlament sprach sich im Februar mit den Stimmen von CDU, SPD und Freien Wählern dafür aus, den Regionalen Flächennutzungsplan zu ändern, damit aus den landwirtschaftlichen Flächen gewerbliche werden können. Die Grünen monieren, Rewe opfere beste Ackerböden für ein Bauprojekt, das nur dem Unternehmen eine Zugewinn bringe. „Warum sollten Ihnen Ihre Kunden noch die Sonntagsreden von Nachhaltigkeit glauben?“ Überdies befürchtet die Öko-Partei, Arbeitsplätze würden abgebaut. Das liege nach aller Erfahrung im Wesen solcher Vorhaben, meinen Knak und Klein.

Rewe-Manager Scheider betont, die Annahme, dass Arbeitsplätze abgebaut werden sollen, entbehre jeder Grundlage. „Wir haben uns für Wölfersheim entschieden, um langfristig in der Region angesiedelt zu bleiben, wohnortnahe Arbeitsplätze für unsere Mitarbeiter zu erhalten und eben nicht ins Rhein-Main-Gebiet abzuwandern“, so Scheider.

Der Neubau werde zum Ausbau der Zusammenarbeit zwischen Rewe, regionalen Produzenten und Landwirten beitragen. Man werde bei dem mit „Grünstrom“ betriebenen Lager auf umweltfreundliche Konzepte setzen und die Außenanlage in Zusammenarbeit mit dem Nabu entwickeln.

Auch Wölfersheims Bürgermeister Rouven Kötter (SPD) hält die Kritik der Grünen für überzogen: „In Wölfersheim gibt es momentan über 2950 Hektar Ackerfläche, und für Rewe werden wir 30 Hektar benötigen.“ Es würden also gerade mal rund ein Prozent der Ackerflächen in der Gemeinde wegfallen. Zudem bedeuteten die Arbeits- und die Ausbildungsplätze Chancen für die Einwohner. Den Vorwurf, das Projekt werde im „Schweinsgalopp“ durch die Gremien gejagt, weist der SPD-Politiker zurück. „Wir haben in mehreren Sitzungen viele Stunden darüber beraten und das Verfahren ist noch gar nicht abgeschlossen.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum