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Wetterau Der peinliche Rachefeldzug einer Behörde

Ein schwerkranker Flüchtling wird ohne medizinische Hilfe vom Friedberger Landratsamt abgeschoben. Ein Kritiker dieses unmenschlichen Verfahrens soll mit einer Anzeige mundtot gemacht werden. Peinlich. Ein Kommentar.

Adnan G. (2. v. l.), seine Frau und die vier Töchter leben in einem Zimmer. Ohne Betten, Tisch, oder Heizung. Foto: Adelheid Wölfl

Der Psychiater Bernd Gallhofer ist rehabilitiert. Der Wetteraukreis mit seiner dubiosen Strafanzeige grandios gescheitert. Was für eine beschämende Vorstellung haben die Verantwortlichen im Friedberger Landratsamt gegeben. Was für ein durchsichtiges Spiel. Um Kritiker mundtot zu machen, schlägt man mit einer dicken Strafanzeige zurück. Wo bleibt da die Verhältnismäßigkeit? Wo die Vernunft? Irrationale Rachefeldzüge haben in einer Behörde nichts zu suchen. Peinlich, peinlich.

Und nicht nur das. Mit seinen juristischen Eskapaden hat der Landkreis der Demokratie großen Schaden zugefügt. Die zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass Missstände öffentlich werden, dass Kritiker sie mit ihrem Namen in den Medien benennen dürfen. Wie viel mehr würde unter den Tisch gekehrt, wenn es nicht mutige Menschen wie Bernd Gallhofer gäbe? Leute, die den Hardlinern in den Abschiebebehörden etwas entgegensetzen, das der Kern des bundesdeutschen Asylrechts ist: Menschlichkeit.

Ein schwerkranker Mann wird aus dem Krankenbett herausgelockt, ins Flugzeug gesetzt und ohne medizinische Hilfe mit seinen vier minderjährigen Kindern und seiner Frau alleingelassen. So also kann die viel zitierte geordnete Rückkehr in der Realität aussehen. Ohne Gallhofer wüsste die Öffentlichkeit nichts von diesem Skandal. Gut, dass es Menschen wie ihn gibt.

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