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Wetterau Der Hansdampf der Wetterau

Andreas Arnold prägt das kulturelle Leben in der Region auf vielfältige Art. Wie er seine Kreativprojekte mit seinem Beruf unter einen Hut bekommt, ist kein Geheimnis.

Andreas Arnold im Theater Altes Hallenbad in Friedberg. Foto: Michael Schick

Er war zwar nicht der Erste, der einen Poetry Slam in der Wetterau veranstaltet hat. Aber seit Andreas Arnold dieses Projekt für sich entdeckt hat, gibt es die Dichterwettstreite regelmäßig. Seit 2011 organisiert er sie alle zwei Monate im Reichelsheimer Bistro Cockpit. Im Jahr 2014 richtete er erstmals die Kreismeisterschaft aus, „wohl die einzige ihrer Art in Deutschland“, sagt Arnold stolz. Aber er moderiert nicht nur, sondern er reist auch selbst durchs Land und tritt auf.

Auftritte sind dem Dichter, wie er sich selbst nennt, schon länger von anderer Seite her vertraut: Beim Heldentheater Friedberg, das bis 2009 in Frankfurt agierte und dann nach Friedberg umzog, ist er als Amateurschauspieler tätig. Besonders spannend war für ihn anfangs die Frage: „Schaffe ich es, in unterschiedliche Rollen hineinzuschlüpfen?“ Und dann schaffte er es gleich in vier verschiedene Rollen in einem Stück, in Gogols „Der Revisor“.

„Mir gefällt es, andere Menschen zu unterhalten“, nennt er als Motivation, auf der Bühne zu stehen. „Man hat gute Arbeit geleistet, und die Menschen gehen etwas fröhlicher nach Hause, als sie gekommen sind.“

S-Bahn gehört zum Büro

Seit 2013 ist Arnold dem Theater auf eine weitere Weise verbunden: Er arbeitet in der Kultur-AG des Theaters Altes Hallenbad in Friedberg mit. Ein Förderverein baut das historische Gebäude seit Jahren zum Veranstaltungszentrum um, jährlich gibt es ein Programm mit Konzerten, Comedy, Lesungen und mehr.

Wer denkt, der 40-Jährige habe mit der Kulturarbeit alleine alle Hände voll zu tun, liegt falsch. Hauptberuflich arbeitet der Polizeibeamte als Kriminalstatistiker im Polizeipräsidium Frankfurt. In Vollzeit. Da hat er es beispielsweise – freilich nur am Schreibtisch – mit Kleindealern im Bahnhofsviertel zu tun und erfasst, ob ihre Zahl zu- oder abnimmt.

Wie er es anstellt, seine Kreativprojekte mit dem Beruf unter einen Hut zu bekommen, ist kein Geheimnis. „Die S-Bahn ist ein Teil meines Büros, und ich habe keinen Fernseher.“ Zu Hause in Friedberg produziere er, statt zu konsumieren. Der Konsum an sich ist ihm trotzdem wichtig, allerdings auf seine Art. Deshalb hat er sein jüngstes Projekt initiiert, den Alternativen Stammtisch in Friedberg. Bei den monatlichen Treffen soll es nicht darum gehen, Politik zu machen. Vielmehr tauschen sich die Teilnehmer über ihre eigene Lebensführung aus. Gewissermaßen als Basis dafür dient Arnolds Anti-Plastik-Blog, auf den er regelmäßig Texte einstellt, mit denen er auf ein möglichst plastikfreies Leben hinweisen will.

Und mit dem neuen Jahr kommt ein weiteres Projekt hinzu: Arnolds erstes Buch erscheint im Januar im Karbener Morlant-Verlag. Es ist ein Kinder- und Jugend-Fantasyroman mit dem Titel „Fionrirs Reise“. „Ich habe Freude an der Sprache“, begründet der Autor seinen Drang zum Schreiben. „Ich mag es, Geschichten zu erzählen und auch damit die Leute zu unterhalten.“

Beim Blick auf Arnolds zahlreichen Kulturprojekte ist es kein Wunder, dass sein Komoderator Dominik Rinkart beim Poetry Slam in der „Kulturscheune“ in Büdingen-Calbach den Hansdampf vorstellte als: „Mister Wetterau persönlich.“

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