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Westend Das Ende der Irrelevanz

Das Haus Kettenhofweg 130, ehemaliges Institut der Uni, steht wohl kurz vor dem Verkauf. Noch aber sitzt dort das alternative "Institut für vergleichende Irrelevanz". Von Kim Behrend

06.02.2009 00:02
KIM BEHREND

Es ist lange geduldet worden. Seit Dezember 2003 hält das Institut für vergleichende Irrelevanz, kurz ivi oder centro sociale, das ehemalige Institut für Anglistik besetzt. Nun aber gibt es, wie Peter Rost, der Bevollmächtigte für die Standortneuordnung der Universität, gestern mitteilte, zwei Interessenten, die unter Umständen bereit wären, das Gebäude im Kettenhofweg 130 trotz des bestehenden Denkmalschutzes zu kaufen. Vor dem Abschluss eines Vertrages müssten die Hausbesetzer, die sich hinter dem ivi verbergen, das Gebäude räumen, und Rost ist zuversichtlich, dass es dabei keine Probleme geben wird.

"Wir haben vor etwa drei Jahren mit dem ivi eine Absprache getroffen", sagt er. "Die Vertreter haben sich bereit erklärt, das Gebäude zu räumen, wenn wir ihnen einen angemessenen Vorlauf dafür geben." Der Universität dürfe aus der Besetzung kein "gravierender wirtschaftlicher Schaden" erwachsen, und ein nicht-geräumtes Gebäude ließe sich nicht veräußern. "Das Gebäude soll nun schnellstmöglich abgegeben werden", auch weil "von dieser Liegenschaft immer wieder Störungen ausgehen" und die Universität als Hausherrin in der Pflicht stünde

So will die CDU im Ortsbeirat auf der kommenden Sitzung den Magistrat darum bitten, "der Goethe-Universität das Interesse der Stadt an einem zügigen Abschluss der seit Mitte letzten Jahres laufenden Verkaufsgespräche zwischen Liegenschaftsverwaltung der Goethe-Universität und dem potentiellen Käufer des Objektes zu verdeutlichen". In der Neujahrsnacht seien die Autos der Anwohner beschädigt worden. Wie es in dem Antrag weiter heißt, "gab sich die Polizei gegenüber den Opfern hilflos, verwies auf den Ortsbeirat und ließ durchblicken, dass es sich hierbei um Personen aus dem Umfeld des ,Instituts für Vergleichende Irrelevanz' handeln müsse".

Die Uni wollte lieber abreißen

Worte, die sich die Polizei so nicht in den Mund legen lassen möchte. Wie Jürgen Linker, Leiter der Pressestelle, sagt, "haben die Anwohner einen entsprechenden Tatverdacht geäußert, dem die Polizei in Ausübung ihrer Pflicht nachgeht".

Sollte es Rost gelingen, das Gebäude in diesem Jahr zu verkaufen, wird er diesen Erfolg wohl auch mit einem weinenden Auge quittieren. Die Universität habe sich lange bemüht, eine Abbruchgenehmigung zu erwirken und den Nachweis zu bringen, dass die Veräußerung des Gebäudes mit bestehendem Denkmalschutz wirtschaftlich unzumutbar sei. Der Denkmalschutz habe massive Auswirkungen auf den Kaufpreis.

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