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Wenn Angler online gehen

Frankfurter Forscher entwickeln eine Datenschutz-Software für das Surfen mit dem Handy

09.07.2010 00:07

Skurriler Fakt: Angler zählen zu den besonders aktiven Nutzern der sozialen Netzwerke im Internet. Sie tauschen ihre Informationen häufig unterwegs über Handy aus, direkt vom Gewässer aus. Das hat Kai Rannenberg herausgefunden, Inhaber der T-Mobile-Stiftungsprofessur für Mobile Business & Multilateral Security an der Goethe-Universität. Im Fokus seiner Forschungen über Facebook und andere Communities steht das Thema Datenschutz.

Im Wissenschaftsmagazin "Forschung Frankfurt" berichtet er mit seinem Frankfurter Team über das Picos-Projekt ("Privacy and Identity Management for Community Services"), das seit Anfang 2008 läuft und von der Europäischen Union über 36 Monate mit knapp vier Millionen Euro gefördert wird. Kooperationspartner sind Wissenschaftler und Industrieunternehmen aus acht europäischen Ländern. "Nach dem Praxis-Test können diese Konzepte für den Internetzugang übers Handy in bestehende Communities integriert werden."

Den Fanggrund nicht verraten

Dabei arbeiten die Frankfurter Wissenschaftler eng mit Meeresforschern und Freizeit-Anglern zusammen. Angler müssen mobil sein und auf veränderte Umwelteinflüsse wie das Wetter reagieren, wenn sie erfolgreich sein wollen. Beim Warten auf den Fisch sei der Austausch mit anderen Anglern willkommen, sagt Kai Rannenberg.

Hänge dann einer am Haken, täten Angler dies gern mit Handy-Fotos kund. Den guten Fanggrund wollten sie dabei allerdings nicht jedem offenbaren. Daher sind Angler für die Forscher praktische Testobjekte für die Datenschutz-Software.

Doch nicht nur für Angler gilt: Sollen nicht alle Informationen an jeden in einer Community weitergegeben werden, dann müssen den Nutzern Werkzeuge an die Hand gegeben werden, wie sie beispielsweise mit dem Konzept der "partiellen Identitäten" entwickelt wurden. "Damit kann ein Nutzer verschiedene Pseudonyme anlegen, mit denen er in einer Community auftritt. Zu jedem Pseudonym gehört ein Profil, auf dem der Nutzer unterschiedliche persönliche Daten von sich mitteilen kann," erläutert Christian Kahl, Doktorand im Picos-Team.

So kann ein Nutzer etwa zwei unterschiedliche Identitäten für Privatleben und Beruf anlegen und privaten Freunden die letzten Urlaubsfotos bereitstellen, ohne dass etwa Kollegen sie sehen können. Ziel der Wissenschaftler ist es, Picos nach der Testphase in etablierte Communities zu integrieren. (lem)

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