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Weinbrand in Rüdesheim 125 Jahre Asbach Uralt

Die Marke Asbach Uralt besteht seit 125 Jahren. Neben dem Stammsitz in Rüdesheim gibt es mehrere Produktionsorte in Frankreich.

24.07.2017 18:07
125 Jahre Asbach in Rüdesheim
Blick auf die Brennblasen der Asbach Wein-Destillerie in Rüdesheim. Foto: Arne Dedert (dpa)

Ob in der Praline, im Rüdesheimer Kaffee oder pur im bauchigen Glas: Der Weinbrand „Asbach Uralt“ ist in Rüdesheim an nahezu jeder Ecke präsent. Die Stadt am Rhein und die Spirituosen-Marke verbindet eine Symbiose, von der beide Seiten profitieren. Nicht nur derzeit zum Jubiläum 125 Jahre nach der Gründung der Weinbrennerei. „Der Ort ist immens wichtig für uns, das ist unsere Heimat“, sagt der Geschäftsführer der Asbach GmbH, Christopher Dellee. Auch Bürgermeister Volker Mosler betont: „Rüdesheim und Asbach gehören zusammen.“

Nach Lehrjahren in Frankreich nahm 1892 Hugo Asbach  zwei Brennblasen in Rüdesheim in Betrieb. Um seinen deutschen Weinbrand zur Weltmarke zu machen, half ihm auch sein gutes Näschen für Werbung. 1937 prägte er den Slogan „Im Asbach ist der Geist des Weines“. Später dann: „Wenn einem so viel Gutes widerfährt, das ist schon einen Asbach Uralt wert“.

In der Asbach-Brennerei in Rüdesheim sind gerade die letzten Tropfen des 2016er-Jahrgangs destilliert worden. Rund zwei Millionen Liter Wein werden pro Jahr am Stammsitz verarbeitet, wie Dellee erklärt. Dazu kommt die Produktion an den französischen Standorten. Der Begriff „Uralt“ bezieht sich auf die Reifezeit des Weinbrandes. Mindestens drei Jahre liegt das Destillat, der sogenannte Feinbrand, auf dem Eichenfass im großen Asbach-Lager im fernen Schwarzwald.

Für viele Reisegruppen ist es fester Bestandteil ihres Besuchs in der Drosselgasse: ein Rüdesheimer Kaffee, auf spezielle Art am Cafétisch kredenzt. Dazu wird Zucker zunächst im Weinbrand aufgelöst und beides flambiert. Dazu kommen Kaffee, süße Sahne und Schokoraspel. Der Fernsehkoch Hans Karl Adam habe die süß-alkoholische Spezialität 1957 erfunden, erklärt die Rüdesheim Tourist AG.

In der Stadt am Rhein gab es einst zwei Asbach-Betriebsstätten. Zunächst wichtigster Standort war ein Gelände nahe dem Bahnhof, wo heute unter anderem in der Rüdesheimer Confiserie das Familienunternehmen Reber („Mozartkugeln“) in Lizenz die „Asbach-Pralinen“ herstellt. Auf dem weiteren Gelände etwas oberhalb des Rheins sind inzwischen unter anderem die Brennerei und ein Besucherzentrum untergebracht. Hier wird der Weinbrand auch veredelt, bevor er in die Flasche kommt.

„Wenn ich stark in der Region verwurzelt bin, ist das eine Verstärkung für das Branding“, sagt Marketingexperte Uwe Lebok von der K&A BrandResearch AG. Die Herkunft spiele auch oft bei Milch, Bier oder Mineralwasser eine große Rolle. „Allerdings muss dies nicht zwingend ein fester Ort sein.“ Auch sei ein großer Regionalbezug allein „kein Freifahrtschein, dass es funktioniert“.

Die Asbach GmbH gehört seit 2002  zum Underberg-Konzern. Die Beziehung sei „solide“, sagt Bürgermeister Mosler, der seit zehn Jahren Rathauschef der 10 000-Einwohner-Stadt ist. Aber er könnte sich auch mehr vorstellen. Als die Unternehmerfamilie noch direkt im Ort gewohnt habe, sei der Kontakt naturgemäß enger gewesen. „Früher wurden die Kleider der Weinköniginnen von Asbach gekauft.“ (dpa )

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