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Wahlen in Hessen Schwarz-Grün ohne Mehrheit

Eine HR-Umfrage sieht die AfD in Hessen bei 14 Prozent. Die hessischen Ausländerbeiräte reagieren besorgt und sehen „irrationale Ängste“ am Werk.

Volker Bouffier (CDU - r) und Tarek Al-Wazir (Die Grünen): Der schwarz-grüne Kuschelkurs könnte laut Umfrage bald ein Ende haben. Foto: dpa

Die Regierungsbildung in Hessen dürfte nach der nächsten Landtagswahl schwieriger werden. Die rechte „Alternative für Deutschland“ (AfD), mit der keine der heutigen Landtagsparteien eine Koalition eingehen will, kann nach der jüngsten Hessen-Umfrage mit 14 Prozent der Wählerstimmen rechnen. Das sind fast zehn Punkte mehr als bei der Landtagswahl 2013 und zwei Punkte mehr als bei einer Umfrage vor einem Jahr.

Nach den Zahlen des Forschungsinstituts Infratest dimap, die der Hessische Rundfunk (HR) am Donnerstag veröffentlichte, hätte die schwarz-grüne Koalition keine Mehrheit mehr. Zwar könnten die Grünen auf 14 Prozent zulegen, aber die CDU würde auf 32 Prozent abfallen. Möglich wäre eine große Koalition der CDU mit der SPD (24 Prozent) oder ein Jamaika-Bündnis von CDU, Grünen und FDP (6). Die Generalsekretäre von CDU und SPD, Manfred Pentz und Nancy Faeser, machten die bundesweite Stimmungslage für die Verluste ihrer Parteien verantwortlich.

Die hessischen Ausländerbeiräte reagierten besorgt auf den hohen Wert für die AfD. Ihr Vorsitzender Enis Gülegen wies außerdem darauf hin, dass kein Thema so häufig als „wichtigstes politisches Problem“ genannt wurde wie der Komplex „Flüchtlingskrise/Ausländer“.

Gülegen sieht darin „irrationale Ängste vor Überfremdung und Rassismus“, die „tief in der Mitte der hessischen Gesellschaft verankert“ seien. „Dies sind geschürte Ängste, die nichts mit den tatsächlichen Alltagsproblemen der Menschen in Hessen zu tun haben“, fügte er hinzu.

44 Prozent der Hessinnen und Hessen hatten das Flüchtlingsthema als besonders wichtig genannt. Bei der HR-Umfrage vor einem Jahr waren es sogar noch 70 Prozent gewesen.

Erneut lagen Bildungsthemen auf Platz zwei der Umfrage, die von 27 Prozent der Befragten für besonders wichtig erklärt wurden. Danach folgten Sicherheit und Verkehr.

Bei einer Direktwahl des Ministerpräsidenten hätte Amtsinhaber Volker Bouffier (CDU) mit 48 Prozent Zustimmung die Nase vorn. SPD-Herausforderer Thorsten Schäfer-Gümbel käme auf 35 Prozent.

Für die repräsentative Erhebung waren 1003 wahlberechtigte Menschen aus Hessen befragt worden.

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