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Wahl in Flörsheim SPD-Bürgermeister abgewählt

CDU-Mann Bernd Blisch gewinnt die Wahl in Flörsheim haushoch gegen Michael Antenbrink

Bürgermeisterwahl
Herausforderer Bernd Blisch (CDU) jubelt über die 61,2 Prozent an Stimmen. Foto: Michael Schick

Um 18.45 Uhr kommt Bernd Blisch in die Stadthalle. Frenetischer Applaus empfängt den Christdemokraten. Zwar sind zu diesem Zeitpunkt erst etwa die Hälfte der Wahlbezirke ausgezählt, doch den Sieg kann dem 55-Jährigen niemand mehr nehmen. Bernd Blisch hat mehr als 60 Prozent der Stimmen und damit doppelt so viele wie Amtsinhaber Michael Antenbrink (SPD). Nach zwölf Jahren kann die CDU in der traditionell konservativen Stadt wieder den Bürgermeister stellen. Marcus Reif, bis vor kurzem Fraktionschef der Christdemokraten, hat Tränen in den Augen. „Das ist noch schöner als der Pokalsieg der Eintracht.“

Bernd Blisch, der im Wahlkampf von einem Viererbündnis aus CDU, Grüner Alternativer Liste Flörsheim (Galf), FDP und Freien Bürgern unterstützt wurde, um die Wiederwahl von Michael Antenbrink zu verhindern, muss Dutzende Hände schütteln, wird umarmt. Der Wahlsieger strahlt und ist ein bisschen atemlos. Er habe gehofft, die Wahl zu gewinnen, sagt Blisch.

„Da war eine Wechselstimmung in der Stadt.“ Nicht nur das Bündnis habe ihn unterstützt, auch viele Bürger hätten seine Plakate und Transparente an ihre Gartenzäune und Balkone gehängt. „Da haben ganz viele Leute zusammen geholfen.“

Dass er mit großem Vorsprung auf den Amtsinhaber auf Anhieb Bürgermeister werden würde, habe er allerdings nicht erwartet, räumt Bernd Blisch ein. Offenbar habe sein Versprechen, die Kommunalpolitik in Flörsheim moderieren, auf die Bürger zugehen zu wollen, die Menschen überzeugt. Das Motto „Gemeinsam – Die Stadt sind wir alle“ tragen viele Blisch-Unterstützer gestern auf ihren T-Shirts,

Fast alle CDU-Bürgermeister aus dem Main-Taunus-Kreis sowie mehrere Grünen-Politiker sind in die Stadthalle gekommen, auch Bundestagsabgeordneter Norbert Altenkamp (CDU) ist da. Von der SPD lässt sich dagegen lange niemand blicken. Erst als fast alle Wahlbezirke ausgezählt sind, trifft Amtsinhaber Michael Antenbrink mit seiner Frau Ulla ein. Dass ihm der Gang in die Menschenmenge, die Bernd Blisch zujubelt, nicht leicht fällt, merkt man dem 63-Jährigen an. „Ich bin maßlos enttäuscht“, sagt Michael Antenbrink. „Mit so einem Ergebnis habe ich nicht gerechnet.“ Persönlich habe er sich nichts vorzuwerfen. „Und meine Partei hat mich großartig unterstützt.“

Gerd Mehler, Chef der Flörsheimer SPD, ist weniger wortkarg. „Viele Hunde sind des Hasen Tod“, bemüht er ein Sprichwort in Anspielung darauf, dass Blisch vier Fraktionen, Antenbrink aber nur die SPD im Rücken hatte.

Das einzig Positive an dem Wahlergebnis sei, so Mehler, „dass es nun in Flörsheim klare politische Verhältnisse gibt und das Schwarze-Peter-Spiel, das das Bündnis mit Michael Antenbrink getrieben hat, zu Ende ist“.

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