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VGF-Bahnen Trams mit neuem Gesicht

Die VGF bestellt neue Straßenbahnen für Frankfurt: Sie sind klimatisiert und haben mehr Platz. Das WLAN ist bislang nur Option.

Tram für Frankfurt
Spitze Schnauze: Der französische Hersteller Alstom hat das Design der Tram speziell für Frankfurt angepasst. Foto: Hersteller

In Darmstadt, Würzburg und Magdeburg fahren sie noch, die alten Bahnen des französischen Herstellers Alstom. Nach mehr als zehn Jahren hat das Unternehmen, das den Hochgeschwindigkeitszug TGV baut, mit dem Modell „Citadis“ den Wiedereinstieg in den deutschen Markt geschafft.

Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) hat nach einer europaweiten Ausschreibung insgesamt 43 neue Straßenbahnen von Alstom bestellt. Sie kosten 113,5 Millionen Euro; das sind rund 2,6 Millionen Euro pro Zug. Zum Vergleich: Die Stadt Essen hat für Bombardier-Straßenbahnen vom Typ „NF4“ jüngst 2,8 Millionen Euro pro Stück bezahlt. Der kanadische Hersteller Bombadier, der in Frankfurt bislang den neuesten Wagen vom Typ S stellt, hatte bei der jüngsten Ausschreibung das Nachsehen.

Die neuen Alstom-Trams werden von 2020 bis 2030 geliefert. Sie sind klimatisiert, anders als die alten R-Wagen von Siemens-Duewag, die nach und nach ersetzt werden. Die VGF nimmt die Option wahr, statt 38 Wagen fünf Wagen mehr zu bestellen. Das sei der steigenden Nachfrage geschuldet.

Bei der neuen Niederflurbahn ist der Einstieg ebenerdig; für Rollstuhlfahrer lassen sich Rampen ausklappen. Die Mehrzweckräume in den Wagen haben mehr Platz als bisher für Rollstühle, Kinderwagen, Fahrräder. Weil die neuen Wagen anderthalb Meter länger sind als die alten, passen mehr Fahrgäste hinein: 197 statt 172. Allerdings müssen auch mehr Fahrgäste stehen; die Sitze mit beengtem Fußraum vor der Fahrerkabine fallen weg. Mehr Beinfreiheit sei ihm „ein besonderes Anliegen“ gewesen, sagt Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD). Das Reizvollste ist aus seiner Sicht das neue Gesicht der Tram. „Sie ist nicht überkandidelt, sondern wirkt modern und international. Das ist eines der schönsten Fahrzeuge, die es auf der Welt gibt.“ Die spitze Schnauze der Fahrzeuge hat der Hersteller eigens für Frankfurt entworfen – es ist ein Markenzeichen des Weltmarktführers bei Niederflubahnen, das Tramdesign der jeweiligen Stadt anzupassen.

Fahrgäste sitzen in den neuen Trams wie bislang auf Hartschalensitzen mit Bezug. Von Polstersesseln habe sich die VGF wegen des Vandalismus in den Straßenbahnen geschuldet, erläutert VGF-Geschäftsführer Michael Rüffer. Die Sicherheitstechnik für Fahrer sei auf dem neuesten Stand. So könnten sie auf ein Assistenzsystem vertrauen, das bei Gefahren automatisch bremse. Auch könne die Bahn – erstmals in Frankfurt – batteriebetrieben fahren und auf Oberleitungen verzichten. Das biete sich auf dem letzten Abschnitt des geplanten Neubaustrecke zum Bahnhof Höchst an, sagt Oesterling.

Die Bahn hat auch die Option auf WLAN. „Erst müssen die Stadtverordneten beziehungsweise Traffiq diese Option beschließen“, sagte Oesterling. Die Deutsche Bahn und der RMV sind da weiter: Sie rüsten bis Ende 2019 alle S-Bahnen mit WLAN aus, für fünf Millionen Euro. Der Fahrkartenautomaten erhalten Router.

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