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Verkehrsprojekt Regionaltangente West nimmt Form an

Die Regionaltangente West (RTW) ist das wichtigste Schienenprojekt der Region. Seit mehr als 30 Jahren wird darüber gesprochen, nun nimmt es Fahrt auf. Die Planfeststellung soll im Herbst beginnen, eine Vorplanung für den Frankfurter Stadtraum ist bereits fertig.

Am Bahnhof in Höchst wird Bahnsteig 6 der RTW vorbehalten sein. Foto: christoph boeckheler*

Die Regionaltangente West (RTW) ist ein tolles Projekt. Zumindest aus Sicht der EU. Sie stellt der RTW-Planungsgesellschaft 7,65 Millionen Euro bereit – nur für die Planung. Sollte die Schienenverbindung tatsächlich um den Westen Frankfurts herum gebaut werden – und danach sieht es derzeit aus – könnten EU-Gelder von bis zu 100 Millionen Euro fließen: für Bahnhöfe, Leitungen und Gleise.

Gesprochen wird seit mehr als 30 Jahren über die RTW. In letzter Zeit nimmt das Projekt Fahrt auf. Das Land ist als Gesellschafter hinzugekommen. Im kommenden Herbst soll die Planfeststellung beginnen. Die Stadt Frankfurt hat jüngst eine Vorplanung vorgelegt, mit umfangreichen Änderungen. Was sich bei dem Riesenprojekt im Frankfurter Stadtraum alles ändert, hat Peter Forst, Geschäftsführer der RTW-Planungsgesellschaft, am Dienstagabend im Verkehrsausschuss erläutert.

In Praunheim war vor Jahren einmal vorgesehen, die Bahn durch das neue Gewerbegebiet bis zum Nordwestzentrum fahren zu lassen. Dort entstand jedoch in der Zwischenzeit die Europäische Schule. Die hätte untertunnelt werden müssen, in 18 Meter Tiefe. Ein teures Unterfangen, das die Stadtverordneten ablehnten.

Nach wie vor ist vorgesehen, die Linie U6 aus Praunheim ins Praunheimer Gewerbegebiet zu verlängern. Die Bahnsteige für die RTW und die U-Bahn sollen hintereinander liegen, in Mittellage der neuen Hauptstraße.

In Sossenheim soll die Bahn nicht, wie ursprünglich geplant, durch die Sulzbachwiesen fahren, die unter Landschaftsschutz stehen, sondern auf Sulzbacher Gebiet, nördlich der Autobahn A66, nahe von Autobahn und Hochspannungsleitungen. Eine neue Brücke soll westlich des Sulzbachs über die A66 führen.

In Höchst bekommt das Klinikum eine neue Haltestelle (Stadtpark). Am Bahnhof in Höchst ist der nördlichste Bahnsteig Nummer 6 für die Regionaltangente reserviert.

Für die Verkehrsführung am Leunaknoten gab es zahlreiche Verkehrssimulationen. Sie zeigten, dass die Bahnstrecke nicht in einem Tunnel unter dem Knoten verlaufen muss. Der Verkehrsfluss klappt demnach auch ebenerdig, die Fußgängerbrücke muss nicht ersetzt werden. Die RTW soll auf einem Rasengleis in der Mitte der Leunastraße fahren. Weil die Ecke Leunastraße/Paulistraße zu schmal ist, müssen drei Häuser abgerissen werden (Paulistraße 1, Leunastraße 13 und 15). Zwei der drei Gebäude besitzt die Stadt.

Am Industriepark Höchst hat der Betreiber die geplante Haltestelle am Tor Süd und die Trassenführung durch seine Reserveflächen abgelehnt. Der Halt ist nun am Besuchertor vorgesehen. In Schwanheim verläuft die Trasse entlang des Kelsterbacher Wegs. Das Gebäude mit der Hausnummer 75 muss abgerissen werden. Das Gebiet zwischen Schwanheim und Kelsterbach – mit Bannwald und Flora-und-Fauna-Schutzgebiet – fordert die Planer besonders heraus. Sie haben zwei Varianten vorgelegt, die bis Herbst diskutiert werden sollen. Am Stadion sind wegen der Grundwassersituation sogar drei Varianten im Gespräch.

„Mit Hochdruck“ würden die Planungen für die RTW vorangetrieben, sagte der Frankfurter Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne), der auch dem Aufsichtsrat der Planungsgesellschaft vorsitzt. Die „Arbeitsplatzlinie“ habe das „größte Potenzial“ in der Region“. Und falls die RTW doch noch scheitert? Dann müssen die Gesellschafter das EU-Geld wieder zurückzahlen. Das kann keiner wollen.

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