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Verkehrspolizei in Frankfurt Mit Tempo 100 durch die Stadt

Die Verkehrspolizei stoppt Raser in einer zweiwöchigen Kontrollaktion. Gespräche sollen die Fahrzeugführer sensibilisieren.

Tempokontrolle
Die Tempokontrolle der Polizei auf der Ludwig-Landmann-Straße ergab fünf Fahrverbote. Foto: peter-juelich.com

Der Schock sitzt tief, als die Autofahrerin das vorläufige Urteil erfährt: einen Monat Fahrverbot. Die Frankfurterin ist am Mittwochmorgen mit 92 Kilometern pro Stunde über die Ludwig-Landmann-Straße gefahren – 42 schneller als erlaubt. Verkehrspolizisten hatten sie 800 Meter nach dem Blitzer aus dem Verkehr gezogen; die Frau war beruflich unterwegs und auf dem Nachhauseweg von München.

Insgesamt hat die Polizei an der Ecke Praunheimer Hohl zwischen zehn und zwölf Uhr die Geschwindigkeit von 695 Fahrzeugen gemessen. 76 von ihnen fuhren zu schnell. Die Beamten sprachen 57 Verwarnungen aus und verhängten 14 Bußgelder; fünf Fahrer erhielten zudem ein Fahrverbot. Der Spitzenreiter der Raser war mit 100 Sachen in der 50er-Zone unterwegs.

Geschwindigkeitsmessungen, Drogen- und Alkoholkontrollen

Um Autofahrer für die Gefahren zu schnellen Fahrens zu sensibilisieren, helfen vor allem persönliche Gespräche, sagt Isabell Neumann, die Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Frankfurt. Bei der Kontrolle am Mittwochmorgen wurden deshalb 27 der Schnellfahrer angehalten. „Wenn man die betreffenden Fahrer direkt stoppt und mit ihrem Vergehen konfrontiert, kann dies eine nachhaltige Wirkung erzielen“, sagt Neumann. „Diese ist meist größer, als wenn lediglich im Nachhinein das Blitzerfoto zugeschickt wird.“ Die Beamten seien in den persönlichen Gesprächen denn auch größtenteils auf Verständnis und Einsicht gestoßen.

Zu der Aktion hat die Nicht-Regierungorganisation Traffic Information System Police (Tispol) aufgerufen. Das Netzwerk mit Sitz in London ist ein Zusammenschluss von Verkehrspolizeien der Mitgliedsländer der Europäischen Union. Ziel der Organisation ist es, die Verkehrssicherheit in Europa zu verbessern. Neben den Geschwindigkeitsmessungen nimmt Tispol unter anderem auch Drogen- und Alkoholkontrollen vor und überprüft das Ladegewicht von Autos und Wohnmobilen. Die länderweiten Aktionen sollen helfen, die Anzahl verletzter oder getöteter Personen auf europäischen Straßen bis 2020 zu halbieren.

Die gemeinsamen Kontrollwochen und ein ständiger Austausch sollen zudem die Zusammenarbeit europäischer Straßenverkehrsbehörden und Verkehrspolizisten stärken. In Frankfurt läuft die Kontrollaktion noch bis Sonntag, 19. August. Zweimal täglich, vormittags und nachmittags, werden an besonders unfallträchtigen Straßen Messungen vorgenommen. Weitere Geschwindigkeitsüberprüfungen sind unter anderem in Friedberger Landstraße, Miquelallee, Schwanheimer Brücke, Mainzer Landstraße, Gerbermühlstraße und Rosa-Luxemburg-Straße geplant.

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