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Verkehrsgesellschaft Frankfurt 88 Millionen Euro für den Brandschutz

Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt investiert in den Brandschutz von 27 unterirdischen Haltestellen. Sie sollen bis 2028 nachgerüstet werden.

Hauptwache
Offene Decken an der Hauptwache sind dem Brandschutz geschuldet: Dort sammelt sich der Rauch, Fahrgäste haben Zeit zum Fliehen. Foto: Andreas Arnold

Was passiert, wenn es in einer U-Bahn-Station brennt? Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) hat das probiert. In einer unterirdischen Station hat sie Feuer gemacht, in einer Schale, bis die ganze Station verraucht war. „Mir stand der Rauch bis zum Hals“, sagt VGF-Geschäftsführer Michael Rüffer. „Ich konnte mir gar nicht vorstellen, dass man so schnell die Orientierung verliert und nur noch raus will.“ Passiert ist ihm nichts.

„Die Stationen sind sicher“, sagt Rüffer bei einer Infoveranstaltung zum Brandschutz. Doch sorgen neue Gesetze, Richtlinien, Verordnungen dafür, dass die VGF die Stationen noch sicherer gegen Feuer und Rauch machen muss.

Bis 2028 sollen alle 27 unterirdischen Stationen nachgerüstet werden. Das hat seinen Preis. 88 Millionen Euro muss die Verkehrsgesellschaft in den kommenden Jahren investieren - alles aus dem eigenen Etat. Das Land Hessen oder der Bund förderten den Brandschutz in den Stationen nicht, sagt Rüffer.

Seit 2005 bessere die VGF den Brandschutz nach, zunächst in der Station Hauptwache. Dort steigen jeden Tag eine halbe Million Menschen ein und aus. Nicht nur dort fragen sich viele, warum die Decken so aussehen, wie sie aussehen: geöffnet, mit herabbaumelnden Kabeln.

Das sei dem Brandschutz geschuldet, sagt Rüffer. Falls es brennt, sammele sich in den offenen Decken der Rauch. Die Fahrgäste gewännen Zeit, um aus der Station zu entkommen.

Die VGF hat auch Brandschutztüren in Stationen eingebaut, etwa am Südbahnhof und am Eschenheimer Tor. Sie schließen sich automatisch, wenn Rauch auf Höhe der Tür ankommt. „Dahinter entsteht ein rauchfreier Raum“, sagt Paul Laska, der Brandschutzbeauftragte der VGF. Hinaus kommen Fahrgäste, die noch in der Station sind, trotzdem. Die Türen lassen sich öffnen. An einigen Treppen, Rolltreppen und Decken hat die VGF sogenannte Rauchschürzen eingebaut - etwa am Schweizer Platz und der Hauptwache. Wenn Rauch an die Decke steigt, halten die Rauchschürzen ihn für einige Minuten oben an der Decke. Wieder gewinnen Fahrgäste wertvolle Zeit, um fliehen zu können.

Falls es brennt, ertönt ein Warnsignal über Lautsprecher. Sicherheitslampen leuchten auf. Aufzüge, die niemand im Brandfall benutzen sollte, machen eine letzte Fahrt zur Evakuierung. Schilder zeigen an, wo Fluchtwege und Ausgänge sind.

Die Brandschutzregeln seien etwa nach dem Brand im Düsseldorfer Flughafen 1996 verschärft worden, sagt Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD). Damals kamen 17 Menschen ums Leben. Durch Schweißarbeiten hatte die Schaumpolystyrolisolierung in der Zwischendecke Feuer gefangen. „Wir müssen für den Brandschutz sehr viel Geld ausgeben“, sagt Oesterling – so viel wie sechs Kilometer Straßenbahnstrecke oder 400 Meter Tunnelbau kosten würden.

Laut VGF ist der Brandschutz in diesen Stationen so gut wie abgeschlossen: Ostbahnhof, Holzhausenstraße, Grüneburgweg, Alte Oper, Kirchplatz, Festhalle/Messe, Nordwestzentrum, Bockenheimer Warte (D-Ebene).

Vorarbeiten für mehr Brandschutz sind hier fast fertig: Südbahnhof, Bockenheimer Warte (C-Ebene), Westend, Schweizer Platz, Merianplatz, Höhenstraße, Bornheim Mitte, Eschenheimer Tor und Zoo. An 14 Stationen laufen weitere Vorarbeiten.

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