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Verkehrsdezernent Oesterling „Ich rede über einen Ausgleich“

Verkehrsdezernent Klaus Oesterling spricht im FR-Interview über die derzeitigen Unannehmlichkeiten im Frankfurter Nahverkehr.

Klaus Oesterling (SPD) ist seit Juli neuer Verkehrsdezernent. Zuvor führte der 64-Jährige die SPD im Römer an. Foto: Rolf Oeser

Herr Oesterling, Sie haben die sechswöchige Tunnelsperrung als „überwiegend positiv“ gelobt. Was war daran positiv?
Dass der Zeitplan eingehalten wurde. Das ist bei öffentlichen Bauvorhaben nicht die Regel. Natürlich war die Sperrung mit großen Unannehmlichkeiten verbunden. Aber die Gründe waren nachvollziehbar. Die Bahn musste das Stellwerk umstellen, hat Bahnhöfe renoviert und den Brandschutz erneuert. Im Großen und Ganzen konnte der Verkehr bewältigt werden.

Die Busse, U-Bahnen und Straßenbahnen waren zu den Stoßzeiten überfüllt, teilweise kam niemand mehr hinein. Sie haben gesagt, nur die Tram-Linie 11 sei „teilweise überlastet“ gewesen. Wie kommen Sie zu dieser realitätsfernen Einschätzung?
Ich habe die öffentlichen Verkehrsmitteln zu ganz unterschiedlichen Zeiten benutzt. Insbesondere bei der U4 war die Linie an der Grenze der Belastung. In den Berufsspitzen kam ich zumindest immer mit der nächsten Bahn mit. In der 11 gab es eine Überlastung zwischen Galluswarte, Hauptbahnhof und Willy-Brandt-Platz. Bei der nächsten Sperrung im Sommer 2018 müssen wir darauf achten, dort zusätzliche Kapazität auf die Strecke zu bringen.

Kaum war die Tunnelsperrung vorbei, herrschte am Montag Chaos vor dem Hauptbahnhof, wo die VGF Gleise tauscht. Was läuft gerade falsch in der Frankfurter Nahverkehrsplanung?
Über diese Sperrung bin ich erst nach meinem Amtsantritt im Juli informiert worden. An der Form war nichts mehr zu ändern, die Aufträge waren schon vergeben. Ich hätte es vorgezogen, in Teilabschnitten sanieren zu lassen, dann wären die Straßenbahnlinien nicht in ihrer Gesamtheit unterbrochen worden, sondern nur ein Teil. Allerdings hätte das nicht zwei Wochen, sondern drei mal zwei Wochen gedauert. Ob das besser gewesen wäre, darüber kann man streiten.

Die U5 fährt immer noch nicht, geht sechs Wochen später als geplant an den Start. Was sagen Sie den Fahrgästen und Händlern?
Das werden wir aufarbeiten. Sowohl die Probleme, die es mit der Baufirma gegeben hat, als auch die Defizite beim Informationsfluss innerhalb der VGF.

Sollten Zeitkarteninhaber nicht entschädigt werden?
Das liegt nicht in der Entscheidung der Stadt. Ich werde beim RMV ansprechen, ob es für Tunnelsperrung und verzögerten Betriebsbeginn der U5 einen Ausgleich geben kann. Dazu kann ich heute aber noch nicht mehr sagen.

Interview: Florian Leclerc

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