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Verkehr „Stickoxide machen die Menschen krank“

Die Grünen wollen die Elektromobilität in Frankfurt fördern - und stellen dafür ein Konzept zur Diskussion.

E-Tankstelle
E-Tankstelle für Elektroautos: Geht es nach den Frankfurter Grünen, so wird die Elektromobilität in der Stadt deutlich stärker gefördert. Foto: Andreas Arnold

Fünf elektrische und drei mit Wasserstoff betriebene Busse sollen von 2018 an durch Frankfurt fahren. Das ist den Grünen in der Römer-Koalition zu wenig. In einem umfangreichen Antrag fordern sie die Koalitionspartner CDU und SPD auf, deutlich mehr für die Elektromobilität zu tun.

„Wir brauchen mehr Tempo bei der Elektromobilität“, sagte Wolfgang Siefert, der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion. Andere Städte seien deutlich weiter. So stelle Wiesbaden seine Busflotte bis 2022 auf Elektrobusse um, Darmstadt nehme bis 2025 Abschied von den Dieselbussen.

„Der Einsatz von Bussen mit Elektro- oder Wasserstoffantrieb muss Bedingung bei allen zukünftigen Ausschreibungen oder Direktvergaben werden“, heißt es in dem neuen Antrag. Um die Fahrzeuge günstiger zu erwerben, soll Frankfurt bei der „E-Bus-Beschaffungsinitiative von Berlin und Hamburg“ mitmachen. Taxifahrer sollen dazu gebracht werden, auf umweltfreundliche Antriebe umzurüsten. Dazu soll es nach dem Willen der Grünen ein Pilotprojekt für elektro- oder wasserstoffbetriebene Taxis geben. Auch die Stadt soll mit gutem Beispiel vorangehen, den städtischen Fuhrpark auf emissionsfreie Fahrzeuge umstellen und mehr Car-Sharing einrichten.

Auch Paketdienste und Fahrräder im Blick

Für den Wechsel hin zu mehr Elektromobilität soll es künftig weitere Ladesäulen an Straßen, Parkhäusern und Tiefgaragen geben. „Darmstadt hat die Errichtung von 20 weiteren hochmodernen Ladesäulen beschlossen“, sagte Siefert.

Gegenüber den konventionell betriebenen Fahrzeugen wollen die Grünen die Elektro- und Wasserstofffahrzeuge bevorzugen: Sie sollen auf bewirtschafteten Parkplätzen, wo Autofahrer einen Parkschein ziehen müssen, kostenlos parken dürfen. Sie sollen auch die Bus- und Taxispur mitbenutzen dürfen. Für alternativ betriebene Carsharing-Fahrzeuge soll es eigene Parkplätze geben.

„Wir dürfen aber auch den Fuß- und den Radverkehr nicht vernachlässigen“, sagte Siefert. Für Fahrräder mit Elektromotor soll es sichere Abstellplätze an Bahnhöfen geben. Die Paketdienste sollen die Sendungen auf der sogenannten letzten Meile nur noch mit emissionsfreien Fahrzeugen zustellen.

„Die wesentlich von Dieselfahrzeugen verursachten Stickoxide machen die Menschen krank“, sagte Siefert. Es sei höchste Zeit, den Wechsel zu emissionsfreien Antrieben hinzubekommen. Die Stadt könne dafür etwas tun, aber auch die Industrie und der Bund. Siefert forderte, die Autokonzerne müssten die Hardware in Dieselfahrzeugen auf eigene Kosten ersetzen. Der Bund müsse die Blaue Plakette für saubere Diesel einführen, damit die Stadt eine „Umweltzone plus“ einrichten könne.

Über den Antrag der Grünen-Fraktion soll das Dreier-Bündnis nun beraten.

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