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Verkehr Steiniger Weg zur RMV-Flatrate

Die Politik diskutiert ein günstiges Bürgerticket für Hessen, doch es fehlt an der Infrastruktur.

RMV
Die Kapazitäten auf der Schiene sind ausgeschöpft, sagt der RMV. Foto: Renate Hoyer

Nach dem Diesel-Urteil der vergangenen Woche hat das Thema an Fahrt aufgenommen: Nun ist auch die CDU dem 365-Euro-Jahresticket für hessische Bürger nicht mehr abgeneigt. Die schrittweise Einführung soll geprüft werden, heißt es im Wahlprogramm. „Schritt für Schritt“ ist auch die Formulierung, die Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) für die Realisierung des „Bürgertickets“ wählt. Gemeint ist in beiden Fällen das Gleiche: Eine für ganz Hessen gültige günstige Flatrate für Bus und Bahn.

Dass dies möglich ist, habe Al-Wazir mit dem Schülerticket gezeigt, sagt dessen Sprecher Marco Kreuter. Ein Jahr dauerte es von der Idee bis zur Einführung der 365-Euro-Jahreskarte, mit der inzwischen rund 407 000 junge Leute unterwegs sind. Bleibt der Grünen-Politiker nach der Wahl im Amt, möchte er nach ähnlichem Muster ein Seniorenticket für die Generation 65plus in Angriff nehmen, sagt Kreuter. „Es gibt noch keinen konkreten Plan, aber man macht sich schon Gedanken.“

Der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann und Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (beide SPD) hatten sich nach dem Urteil zu Fahrverboten für Diesel gleich für ein 365-Euro-Ticket im Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) ausgesprochen. Oesterling ergänzte das mit einer Forderung nach finanzieller Unterstützung des Landes. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hatte schon zuvor ein Landesticket für rund 15 000 Ehrenamtliche ins Spiel gebracht. Die Opposition mahnte als Reaktion die Gleichbehandlung aller Ehrenamtlichen an.

Die Linke in Hessen favorisiert das Fahren zum Null-Tarif. An der Finanzierung sollen sich Arbeitgeber und Gewerbe beteiligen. Das wollen auch die Grünen, die in ihr Wahlprogramm ein „Bürgerticket als Jahreskarte für ganz Hessen“ geschrieben haben. Die SPD verspricht, im Falle der Regierungsübernahme die Fahrpreise „deutlich“ zu senken. In den Wahlprogrammen von FDP und AfD spielen die Fahrtkosten keine Rolle.

Für RMV-Geschäftsführer Knut Ringat sind „günstige Fahrpreise ein wichtiges Element, um den ÖPNV attraktiv zu machen“. Wichtig seien dabei die Rahmenbedingungen: „Die Kapazitätsprobleme im System Schiene sind dramatisch.“ Speziell am Knoten Frankfurt müsse die Schiene dringend und schnell ausgebaut werden. Mehr öffentlicher Nahverkehr koste auch mehr Geld, so Ringat auf Anfrage weiter: „Nur mit der Kombination von ausreichender Finanzierung und Infrastrukturausbau kann er seine Rolle als Rückgrat des Nahverkehrs und Alternative für Klima und Umwelt voll ausspielen und der Verkehrskollaps vermieden werden.“

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