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Verkehr Petition für Gratis-Schülerticket

Mehr als 10.000 Hessen fordern für Schüler ein kostenfreies Schülerticket für den Nahverkehr. Das Verkehrsministerium prüft die Einführung, weist jedoch auf die hohen Kosten hin.

Schülertickets sollen in Hessen generell kostenlos sein, fordern Landeselternbeirat, Schülervertreter und Gewerkschaft. Foto: Renate Hoyer

Mehr als 10.500 Hessinnen und Hessen unterstützen die Forderung nach einem kostenfreien Schülerticket. Am Dienstag übergaben Vertreter des Landeselternbeirats und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) die Petition vor dem Wiesbadener Landtag an Abgeordnete.

Insgesamt hatten sich seit Mitte Januar 11.275 Menschen der Forderung im Internet angeschlossen, von denen einige Hundert aus anderen Bundesländern kommen. „Das ist eine stolze Leistung“, sagte der Vorsitzende des Landeselternbeirats, Reiner Pilz.

Die Eltern seien mit der derzeitigen Regelung unzufrieden. Danach gibt es eine Erstattung nur, wenn die nächste Schule mehr als drei Kilometer (oder in der Grundschule mehr als zwei Kilometer) von der Wohnung entfernt liegt. Oberstufenschüler gehen leer aus.

Der Elternbeirats-Vorsitzende Pilz rechnete vor, er zahle 150 Euro pro Monat für Busfahrten seiner beiden Kinder zur Schule. Sie lebten in Maintal und gingen in Hanau in den Unterricht. Der GEW-Vorsitzende Jochen Nagel sprach von einer „Frage der Chancengerechtigkeit“. Nagel forderte, die kostenfreie Beförderung bereits zum nächsten Schuljahr einzuführen.

Politiker von SPD, Grünen, Linken und FDP nahmen die Petition entgegen. Die CDU hatte niemanden gesandt.

Schwarz-Grün hatte auf Druck der Grünen im Koalitionsvertrag vereinbart, die Einführung eines Schülertickets zu prüfen. Von Kostenfreiheit ist dort allerdings nicht die Rede. Es heißt darin: „Das Schülerticket soll das ganze Jahr über eine einfache Nutzung von Bussen und Bahnen für Schülerinnen und Schüler auf dem Weg zur Schule, aber auch im Freizeitverkehr gewährleisten.“

Ein Sprecher von Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) bestätigte am Dienstag, „dass wir die Einführung eines landesweiten Schülertickets prüfen werden, obwohl die Schülerbeförderung eigentlich Aufgabe der Schulträger und damit der Kreise ist“. Die Landesregierung rede darüber mit Vertretern von Verkehrsverbünden, Nahverkehrsunternehmen, Schüler- und Elternorganisationen sowie Verkehrsexperten.

Das Ticket müsse „für die öffentlichen Haushalte darstellbar“ sein. Derzeit zahlten Schülerinnen und Schüler in Hessen weit mehr als 100 Millionen Euro im Jahr für die Fahrten zur Schule. „Das ist kein Kleckerbetrag“, hieß es aus Al-Wazirs Ministerium.

Grüne: Es soll bezahlbar sein

Die Grünen-Abgeordnete Karin Müller machte den Initiatoren der Petition denn auch wenig Hoffnung. „Kostenfrei dürfte es nicht werden“, sagte sie ihnen. „Aber es soll bezahlbar sein.“

Die Linken-Politikerin Barbara Cárdenas stellte sich hinter die Forderung, das Ticket kostenlos zu vergeben. Wolfgang Greilich (FDP) nannte es „spannend, ob die Koalition bereit ist, die Mittel zur Verfügung zu stellen“.

Der SPD-Abgeordnete Christoph Degen würde es „begrüßen, wenn die Landesregierung das hinbekommt“. Seine Fraktion befürworte aber eigentlich ein Schüler-Bafög, das auch für die Transportkosten ausreiche.

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