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Verkehr Offenbach baut Fahrradstraßen aus

Die Stadt Offenbach plant sechs Fahrradstraßen, auf denen Radler Vorfahrt haben sollen. Die Finanzierung für das Großprojekt steht bereits.

Fahrrad-Gottesdienst, Kurpark Wilhelmsbad, Hanau, Bild x von 7
Die Förderung des Radverkehrs ist in Offenbach fast schon Konsens. Foto: Michael Schick

In Zeiten starken Wachstums und möglicher Dieselfahrverbote ist die Förderung des Radverkehrs in Offenbach mittlerweile fast zum Konsens geworden. Und so trägt auch die an der Koalition beteiligte CDU die geplante Einrichtung eines Fahrradroutennetzes mit. Die Finanzierung für das Großprojekt steht: Das Bundesumweltministerium hat im Rahmen einer Klimaschutzinitiative 4,53 Millionen Euro zugesagt. Offenbach steuert 1,45 Millionen Euro bei. Ende 2020 soll alles fertig sein. Noch in diesem Jahr sollen die Stadtverordneten den Projektbeschluss auf den Weg bringen.

Geplant sind sechs Radrouten, die auf neun Kilometern als Fahrradstraßen ausgeführt werden – das heißt, dass Radler dort Vorrang haben und auch nebeneinander fahren dürfen, es gilt Tempo 30. Damit eine Straße zur Fahrradstraße wird, müssen Schilder aufgestellt und Markierungen auf der Fahrbahn angebracht werden.

Auch einige wenige bauliche Veränderungen wird es geben, etwa an Kreuzungen. Auf den Stücken des Netzes, wo keine Fahrradstraßen vorgesehen sind, werden teils vorhandene Rad- oder Waldwege genutzt oder ausgebaut.

Die neuen Routen sollen auch die Anbindung an einige Nachbarkommunen Offenbachs verbessern. Route 1 etwa verläuft vom Hafen aus durch das Nord- und Westend, am Sana-Klinikum vorbei in die Schumannstraße und von dort aus nach Neu-Isenburg. 

„Wenn wir die Radachsen ausbauen und auf den Fahrradstraßen Vorfahrt gewähren, schaffen wir Anreize, damit die Menschen auf kurzen Strecken umsatteln“, sagt Offenbachs Planungsdezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP). Das Planungsteam um Ulrich Lemke von der Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft (OPG) hat darauf geachtet, dass die großen Schulen gut an das Netz angebunden werden. Des Weiteren soll die City gut umfahren werden können. „Wir wollen den Durchfahrtsverkehr aus der Fußgängerzone heraushalten, um Konflikte dort zu verringern“, erklärt Lemke. 

Beratend zur Seite stehen der OPG das Planungsbüro „Radverkehr Konzept“ und der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC), der auch Ideengeber für das Fahrradstraßenprojekt war. Wolfgang Christian vom ADFC Offenbach äußert neben Lob aber auch Kritik: So werde etwa nicht die breite Frankfurter Straße Teil des Fahrradstraßennetzes, sondern die teils enge Geleitsstraße.

Bevor im Frühjahr 2019 die Bauarbeiten beginnen, richtet die Stadt im September in der Senefelderstraße auf 500 Metern Länge eine Test-Fahrradstraße ein. Wissenschaftler der Hochschule Darmstadt untersuchen, wie die Straße genutzt wird. Der Test, im Rahmen dessen auch Interessierte und Anwohner ihre Meinung kundtun können, dient als Basis für die Gestaltung der übrigen Fahrradstraßen. Bereits begonnen hat eine Kampagne der Agentur „Urban Media Project“, die unter dem Titel „Bike Offenbach – Unsere Stadt neu erfahren“ für die Fahrradstraßen werben soll. 

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