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Verkehr Kein Kontakt zu Obike

Nach der Insolvenz des Leihradunternehmens Obike ist nicht klar, was mit den rund 1200 Rädern in Frankfurt geschieht.

Leihräder
Wie lange das Rad noch dort steht, ist zurzeit ungewiss. Foto: Michael Schick

Auf Gehwegen abgestellte Leihräder verärgern seit Monaten Fußgänger und Hauseigentümer. Nach der Insolvenz des Verleihers Obike ist nun fraglich, was mit den rund 1200 Leihfahrrädern des Unternehmens in Frankfurt passiert. Obike hatte bereits vor einigen Wochen angekündigt, sich aus dem Frankfurter Markt zurückziehen zu wollen.

Das Frankfurter Verkehrsdezernat habe zuletzt am 4. Juli Kontakt zu dem Unternehmen aus Singapur gehabt, sagte Stefan Lüdecke vom Verkehrsdezernat. „Da hieß es, sie würden noch nach einer Firma suchen, die die Fahrräder wegräumt.“ Seitdem herrsche Funkstille. „Wir werden den Sommer abwarten“, sagte Lüdecke. Wenn bis dahin nichts geschehe und die Stadt keine Ansprechpartner habe, müsse man die Räder selber einsammeln und die Kosten Obike in Rechnung stellen. „Es besteht natürlich die Gefahr, dass wir auf den Kosten sitzenbleiben“, sagte Lüdecke.

Für die zuständigen Behörden anderer Städte ist der Anbieter schon seit einiger Zeit nicht mehr zu erreichen. „Das ist ein großes Ärgernis“, sagte Münchens Fahrradbeauftragter Florian Paul. „Wir versuchen seit Wochen und Monaten bei Obike jemanden zu erreichen, der sich um die Entfernung der Räder kümmert.“

Auch für die Frankfurter Rundschau war Obike nicht erreichbar. Das Unternehmen hatte Ende Juni den Betrieb in seiner Heimatstadt Singapur einstellen müssen. Lokale Medien berichteten, dass ein vorläufiger Insolvenzverwalter die Kontrolle übernommen habe. Obike war erst 2017 in Singapur gegründet worden. Die Leihräder des Unternehmens tauchten zunächst in München, dann in anderen deutschen Städten auf. Obike wirbt bis heute damit, dass seine silber-gelben Leihräder in Berlin, Hannover, München und Hildesheim zu mieten seien.

Vier Leihradunternehmen verbleiben

In Frankfurt gibt es nach Angaben des Verkehrsdezernats rund 6500 Leihräder im öffentlichen Raum. Nach dem Ende von Obike verbleiben vier Leihradunternehmen – Byke, Nextbike, Call-a-Bike und Limebike. Dass Kunden ihre Räder einfach irgendwo stehenlassen können, ist in Frankfurt bei den Anbietern Byke, Limebike und Obike möglich. Call a Bike und Nextbike setzen dagegen auf feste Radstationen. Auf dem Markt herrscht ein reger Konkurrenzkampf. Byke unterbietet die Konkurrenz mit einem Kampfpreis von 50 Cent pro halbe Stunde Fahrt – alle anderen Anbieter verlangen das Doppelte.

Trotz schlechter Erfahrungen lehnt das Frankfurter Verkehrsdezernat das Konzept der Leihräder nicht ab: Grundsätzlich seien die Leihfahrräder eine Bereicherung für die Stadt, da sie die Möglichkeit böten, sich klimafreundlich fortzubewegen, sagte Lüdecke. Beschwerden von Bürgern gebe es vor allem über Räder, die vor Einfahrten oder auf Gehwegen abgestellt seien. Die Beschwerden leite man dann an die Anbieter weiter.

Anfang des Jahres hatte die Stadt ein Regelwerk aufgestellt, das Probleme mit willkürlich abgestellten Leihrädern beseitigen sollte. Zwar gebe es nach wie vor Beschwerden, sagte Lüdecke. „Die Befürchtungen, dass das ganz große Chaos ausbricht, sind aber nicht eingetreten.“ mit dpa

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Radfahren in Frankfurt und Rhein-Main

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