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Verkehr in Rhein-Main S-Bahnen sollen pünktlicher werden

Christian Roth, der neue S-Bahn-Chef für Rhein-Main, erklärt, wie die Pünktlichkeit von S-Bahnen erhöht werden soll. Bis dies umgesetzt ist, gibt es eine Verspätungs-App.

Nahverkehr in Rhein-Main
Christian Roth ist 46 Jahre alt und seit Januar für den S-Bahn-Verkehr im Rhein-Main-Gebiet verantwortlich. Foto: Andreas Arnold

Das Jahr fing für die Deutsche Bahn nicht so gut an. Der Stellwerksdefekt in Friedberg, der ICE, der in Ginnheim auf einen Bahnsteig fuhr, Obdachlose, die im Frankfurter Tunnel herumirrten. Das alles hat zu massiven Verspätungen geführt, was die Kunden verärgerte.

Nicht nur die. Die Deutsche Bahn ärgert sich selbst, denn für jede Verspätung über drei Minuten verlangt der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) eine satte Entschädigung. „Das geht pro Jahr in die Millionenhöhe“, sagte Christian Roth. Er ist der neue S-Bahn-Chef fürs Rhein-Main-Gebiet und will dafür sorgen, dass die Züge pünktlicher werden.

Aber ohne die „Reisendenlenker“. Das Wachpersonal hatte am Frankfurter Hauptbahnhof dafür gesorgt, dass Fahrgäste nicht mehr im letzten Moment in den wartenden Zug springen konnten. So sollte die Bahn schneller abfahren und weniger Verspätungen produzieren. „Dafür hatten die Fahrgäste keine Akzeptanz“, sagte Roth. Zudem habe sich gezeigt, dass die Pünktlichkeit der Züge durch die Aufpasser „nicht signifikant“ zugenommen habe. Künftig gibt es keine Reisendenlenker mehr.

Um Abhilfe zu schaffen, sind kleinere und größere technische Arbeiten geplant. Zentral sei der Bau des elektronischen Stellwerks im Frankfurter S-Bahn-Tunnel, der im Sommer 2018 erneut, dafür aber zum letzten Mal, zu einer sechswöchigen Sperrung führen wird. Darüber hinaus nannte Roth den bevorstehenden Einbau von Signaltechnik am Bahnhof von Bad Soden, Gleisarbeiten bei Langen und die Sanierung eines Bahnübergangs in Rödelheim als sinnvolle Vorhaben, um die S-Bahnen pünktlicher zu machen.

Veraltete Technik

„Ein Großteil der Technik stammt aus den 1970er Jahren und ist veraltet“, sagte er. Diese tausche die Bahn nach und nach aus. Von einem zweiten S-Bahn-Tunnel durch die Frankfurter Innenstadt will er derzeit nichts wissen. Wichtiger sei, den viergleisigen Ausbau der S6 von Frankfurt nach Friedberg und die nordmainische S-Bahn von Frankfurt nach Hanau voranzutreiben.

Damit Kunden künftig nicht erst am Bahnsteig erfahren, ob ihr Zug verspätet ist, hat die Bahn eine neue App entwickelt. Der „Streckenagent“ der DB sendet Push-Nachrichten aufs Tablet oder Smartphone, die anzeigen, wenn der Zug unpünktlich ist. 180 000-mal sei das Programm, das für Verbindungen in ganz Deutschland gilt, schon heruntergeladen worden. Auch zeigten die älteren generalüberholten S-Bahnen vom Typ ET 423, die auf den Linien S2, S3, S4, S5 fahren, künftig den Fahrtverlauf und die bestehenden Anschlussverbindungen auf den Bildschirmen an. Die neueren Züge des Typs ET 430 (Linien S1, S7, S8, S9) können das schon.

Beim Thema Sicherheit setze die Bahn auf Videoüberwachung. Die Kameras erfassten „alle Winkel“ der S-Bahnen, so Roth. Die Daten würden 72 Stunden lang gespeichert und der Polizei auf Nachfrage zur Verfügung gestellt. Ab 20 Uhr sei Sicherheitspersonal im ersten Wagen präsent.

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