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Verkehr in Hessen Riederwaldtunnel kommt später

Mit dem Bau des Riederwaldtunnels will Hessen Mobil im Frankfurter Osten die A66 mit der A661 verbinden. Doch zunächst werden Planänderungs-Unterlagen ausgelegt. Das Bauende 2025 ist fraglich.

A661
Hier sollen 2018 die Fahrzeuge drüber rollen: Autobahndreieck Erlenbruch an der A661. Foto: Christoph Boeckheler

Der Bau des Riederwaldtunnels im Frankfurter Osten könnte sich erneut verzögern. Bislang geht das hessische Verkehrsministerium davon aus, dass „die Arbeiten an der Tunnelröhre voraussichtlich in der zweiten Hälfte 2018 beginnen können“. Bauende wäre 2025. Nun erklärte der zuständige Dezernatsleiter von Hessen Mobil, Jürgen Semmler, bei einem Besuch der FDP im Baubüro: „Das kann ich so nicht sagen.“

Hessen Mobil habe vor, „in diesem Herbst die Planänderungsverfahren einzuleiten“. Dann werden die Unterlagen über Wochen zur Durchsicht für die Bevölkerung offen liegen. Bürger könnten ihre Einwände geltend machen, erläuterte Christoph Süß, vom Regierungspräsidium Darmstadt. Auf diese müsse Hessen Mobil Erwiderungen abgeben. Das könne sich je nach Umfang zeitlich in die Länge ziehen. Er rechnet damit, dass es „auf jeden Fall einen Erörterungstermin geben wird“. Klagen könnten folgen. Dass der Bau des Riederwaldtunnel 2018 beginnt, ist damit fraglich. Fraglich ist auch, ob die Kosten des Riederwaldtunnel-Baus – derzeit wird von 320 Millionen Euro ausgegangen – so bleiben. Sie müssten neu berechnet werden, so Semmler.

Hintergrund ist, dass das hessische Verkehrsministerium im November 2015 zwei umfangreiche Planänderungsverfahren angekündigt hatte. Sie betreffen den Tunnelbau zwischen A66 und A661 und die Anschlussstelle Borsigallee. Das Verkehrsministerium begründete die Planänderungsverfahren mit der Rechtssicherheit.

Die Stadt Frankfurt hatte ihre Bevölkerungsprognose nach oben korrigiert. Das wirke sich auf den Verkehr aus, der mit der steigenden Einwohnerzahl zunehme, was etwa Konsequenzen für den nötigen Lärmschutz habe. Dieser werde derzeit neu berechnet, so Semmler, ebenso die aus dem Verkehr und die Baustellenaktivität resultierenden Lärm- und Luftschadstoff-Immissionen sowie Erschütterungen. Zusätzlich würden Landschaftspflege und Artenschutz überdacht. Konkret zeigte der Dezernatsleiter in einer Präsentation, dass eine zusätzliche Lärmschutzwand auf der Ostseite des Autobahndreiecks Erlenbruch geplant sei. Eine Zufahrt an der Anschlussstelle Borsigallee soll unterirdisch verlaufen. Die Ergebnisse der Untersuchungen sollen „in den nächsten eins bis zwei Monaten vorliegen“, sagte Semmler, und kündigte eine Info-Veranstaltung vor den Sommerferien an.

Der Riederwaldtunnel-Bau und der Ausbau der A661 auf sechs Spuren geht der FDP im Römer und im Landtag nicht schnell genug. Der grüne Verkehrsminister Tarek Al-Wazir trage die Verantwortung, dass der Autobahn-Ausbau im Bundesverkehrswegeplan zurückstuft worden sei, und nicht vor 2030 komme, sagte die FDP-Landtagsabgeordnete Nicola Beer. Annette Rinn, Fraktionschefin der FDP im Römer, warb für den Ausbau, „um ein Verkehrschaos zu vermeiden“. Bei der Einhausung der A661 im Zuge der Errichtung des Ernst-May-Viertels bevorzuge sie die mit maximal 1,3 Kilometern längste der drei Tunnelvarianten.

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