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Verkehr in Hessen Billiganbieter BRH Viabus zieht sich zurück

Die umstrittene Firma BRH Viabus zieht ihr Angebot für zwei Buslinien im Main-Kinzig-Kreis zurück. Die Linien in Nidderau und in Langenselbold/Gelnhausen gehen wieder an regionale Firmen.

Verkehr in Frankfurt
Linienbusse in Hessen Foto: peter-juelich.com

Die umstrittene Firma BRH Viabus wird die Linien im Raum Nidderau und Langenselbold/Gelnhausen ab Februar nicht mehr betreiben. Die Firma ziehe ihr Angebot zurück und scheide aus dem Wettbewerb aus, sagt der für die Kreisverkehrsgesellschaft (KVG) Main-Kinzig zuständige Beigeordnete Winfried Ottmann (CDU). Viabus hatte den Zuschlag vor einem Jahr interimsweise erhalten.

Die Entscheidung über den endgültigen Auftrag – den die KVG zunächst auch an Viabus vergeben hatte – ist immer noch nicht gefallen. Das Verfahren liegt seit einem Jahr bei der Vergabekammer des Regierungspräsidiums Darmstadt. Die unterlegenen regionalen Firmen Stroh aus Altenstadt und Heuser aus Langenselbold hatten eine Nachprüfung beantragt. Durch den Viabus-Rückzug ist sie hinfällig.

Der Viabus GmbH, die bereits Ausschreibungen für Bad Vilbel und das Linienbündel Main-Kinzig-Kreis–Hanau Nord-Süd gewonnen hat, werden Dumping-Angebote vorgeworfen, die andere Anbieter vom Markt drängten. In der Vergangenheit gab es Klagen von Fahrgästen wegen Unpünktlichkeit, Unzuverlässigkeit oder mangelnder Deutschkenntnisse der Fahrer. Die Kreisverkehrsgesellschaft verhängte Vertragsstrafen und reduzierte Zahlungen. Viabus räumte zwar Startschwierigkeiten ein, wies aber den Großteil der Vorwürfe, etwa den des Dumpings, zurück.

Viabus  kündigt Stellungnahme an

Bis zum 3. Februar soll das Unternehmen aus Speyer im Bereich Nidderau und Langenselbold/Gelnhausen weitermachen, dann übernehmen die Zweitplatzierten im Wettbewerb: die Bietergemeinschaft VBN Verkehrsbetriebe Nagoldtal GmbH und Deinbus Verkehrs-GmbH (Linienbündel 6) sowie die Stroh Bus-Verkehrs-GmbH (Linienbündel 2). Wegen einer Kooperation mit der Bietergemeinschaft Deinbus/VBN wird auch Heuser wieder im Linienbündel 6 unterwegs sein.

Heuser-Geschäftsführerin Inge Bahr ist erleichtert: „Wir freuen uns, dass wir wieder tätig sein dürfen.“ Doch „es wird sportlich“, sagt Bahr und meint damit, dass die Firma in kurzer Zeit die Vorgaben für den Betrieb gewährleisten muss. Nach dem zwischenzeitlichen Verlust des Auftrags musste sie um die 15 Mitarbeiter entlassen, die auch dank ihrer Vermittlung bei anderen Firmen unterkamen. Jetzt braucht Bahr, deren Großvater die Firma vor fast 90 Jahren gründete, wieder etwa genauso viele Fahrer und muss sie auf einem eigentlich „leergefegten Markt“ finden. „Aber wir kriegen das hin.“ Für künftige Vergaben wünscht sie sich, dass diese sich nicht mehr in erster Linie nach dem Preis richten, sondern die Qualität deutlich stärker berücksichtigt werde, so Bahr.

Viabus konnte am Mittwoch keine Stellungnahme mehr abgeben, kündigte aber an, sich am Donnerstag zu äußern.

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