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Verkehr in Hessen Alle wollen Hessens Jobticket

Die Mitarbeiter des Frankfurter Uniklinikums haben ihr kostenloses Jobticket sicher. Jetzt kämpft der Gesamtbetriebsrat der Unikliniken Gießen und Marburg für eine Ausweitung des Angebots.

Verkehr in Hessen
Boris Rhein (CDU) diskutiert am Mittwoch mit Mitarbeitern der Frankfurter Uniklinik über den Stand der Dinge beim Jobticket. Foto: Monika Müller

Der Gesamtbetriebsrat der Unikliniken Gießen und Marburg hat angekündigt, sich für eine Ausweitung des Landestickets auf alle Mitarbeiter seiner beiden Standorte einzusetzen. Damit reagierte der Betriebsratsvorsitzende Klaus Hanschur auf die überraschende Erklärung des Wissenschaftsministeriums, dass ab Ende des Jahres auch fast 4000 Mitarbeiter des Frankfurter Uniklinikums kostenlos den öffentlichen Nahverkehr nutzen können, die nicht direkt beim Land angestellt sind. Darunter fallen etwa Pflegekräfte und Verwaltungsmitarbeiter.

Beim Ministerium hieß es, aus Gießen und Marburg sei der Wunsch nach einer Ausweitung des Landestickets nicht geäußert worden, zudem pendelten dort nur Wenige. Dem widersprach Betriebsratschef Hanschur vehement. „Das Ministerium verkennt seit Jahren die Stimmung hier im Klinikum“, sagte er. Etliche der Beschäftigten pendelten zur Arbeit. „Es hat viele geärgert, dass nur ein Teil der Kollegen das Hessenticket bekommt, obwohl man täglich nebeneinander arbeitet.“ Der Betriebsrat habe in den vergangenen Jahren immer wieder Vorstöße in Richtung eines Jobtickets für alle Beschäftigten gemacht, doch im Ministerium habe es immer geheißen, dafür fehle das Geld. 

Die Beschäftigten des Uniklinikums Frankfurt sind derweil in Feierlaune. „Wir ziehen daraus die Lehre: Kämpfen lohnt sich“, sagte Krankenpfleger Richard Ullrich am Mittwoch in Wiesbaden. Dort hatte Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) die Teilnehmer einer Kundgebung der Gewerkschaft Verdi und des Personalrats unerwartet zum Gespräch ins Ministerium eingeladen. Rhein dankte im Beisein des ärztlichen Leiters der Uniklinik, Jürgen Graf, den Beschäftigten für ihre Arbeit. Ihm sei bewusst, dass Pflegekräfte heiß umworben seien. Deswegen sei das Jobticket eine Investition in die Wettbewerbsfähigkeit des Klinikums. 

Verdi und der Personalratsvorsitzende der Uniklinik, Uwe Richtmann, begrüßten den Erfolg ihrer Kampagne „Freifahrtticket für alle“. Damit werde ein Teil der Ungerechtigkeit beseitigt, die durch das Nebeneinander verschiedener Tarifverträge in ein und demselben Haus bestehe. Allerdings bleibe ein „dicker Wermutstropfen“, denn für gut 500 Beschäftigte verschiedener Tochtergesellschaften soll das Ticket nach wie vor nicht gelten. Dabei, so Richtmann, hätten Reinigungskräfte, Haustechniker und der Sicherheitsdienst die freie Fahrt „genauso verdient wie alle anderen“. Zumal diese Berufsgruppen von allen Mitarbeitern am wenigsten verdienten. 

Minister Rhein reagierte auf die Forderung zurückhaltend: Je weiter das Land das Tor aufmache, desto schwieriger würden die Verhandlungen. „Und die Mittel dafür müssen ja auch erwirtschaftet werden.“ Er sei aber bereit, diese Fragen, mit den betreffenden Tochtergesellschaften zu klären. „Bitte haben Sie ein bisschen Geduld.“

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