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Verkehr in Hanau Zehn Kilometer Schutzwand

Die Stadt Hanau hofft mit der nordmainischen S-Bahn auf eine bessere Anbindung, aber der Lärm könnte zum Problem werden. Höhere Lärmschutzwände und spezielle Fenster für die Anwohner müssen her.

Hanau wartet seit Jahrzehnten auf die nordmainische S-Bahn – mit zunehmender Ungeduld: Die Stadt ist seit 2008 um 10 000 auf knapp 100 000 Einwohner gewachsen, vor allem wegen der neuen Wohngebiete auf früheren Flächen der US-Armee. Und mit der Anzahl der Bürger stieg die Anzahl der Pendler, die es in erster Linie von Hanau nach Frankfurt zieht. Die jüngste Studie des Statistischen Landesamts beziffert sie auf mehr als 8000 täglich (Stand 2015). Tendenz steigend.

Auch deshalb erwartet Hanaus Verkehrsdezernent Thomas Morlock (FDP) die nordmainische S-Bahn sehnsüchtig, die dank zweier neuer S-Bahn-Gleise eine „schnellere, häufigere und komfortablere Verbindung“ verspreche, so der Stadtrat. Er geht davon aus, dass die Pendlerströme im Osten von Frankfurt stärker zunehmen als im Westen, weil das Wachstumspotenzial etwa in Hanau größer sei. Daher müssten die bestehenden Bahnverbindungen dringend entlastet und erweitert werden. Derzeit nutzen Fahrgäste aus Hanau und Umgebung die Kinzigtalbahn von Fulda nach Frankfurt, die südmainische S-Bahn über Offenbach sowie die Zugstrecke über Maintal nach Frankfurt-Ost. Die Verbindungen sind häufig überlastet und brauchen deutlich länger als die nordmainische, die in weniger als 15 Minuten von Hanau über Maintal in den Frankfurter Osten fahren soll. Nach dem Umbau der Innenstadt erwartet der Magistrat dadurch eine weitere Aufwertung der Stadt, so Morlock.

Doch zuvor sind viele Probleme zu lösen. Die S-Bahn-Gleise werden parallel zur vorhandenen Strecke über Maintal verlaufen. Laut Morlock gibt es aktuell keine Konflikte um Grundstücke. Zu klären seien Naturschutzfragen, etwa eine Umsiedlung bedrohter Arten, Zufahrten für die Feuerwehr sowie der Schutz vor Erschütterungen und Lärm. Letzterem messen die Hanauer die größte Bedeutung bei – weil die Belastung auch durch einen intensiveren Güterzugverkehr erst mal steigen wird. Morlock betont, dass sich die Situation im Vergleich zu jetzt auf jeden Fall verbessern werde und die Herausforderungen lösbar seien. Weil es sich um eine Ende des 19. Jahrhunderts errichtete Bestandsstrecke handelt, gibt es jetzt an vielen Stellen gar keinen Lärmschutz. Die Stadt habe im Dialog mit der Bahn bereits Verbesserungen erzielt, etwa höhere Schutzwände, bis zu sechs Meter hoch. Dennoch werden in vielen Häusern wohl zusätzliche aktive Lärmschutzmaßnahmen notwendig sein, darunter spezielle Fenster, deren Kosten die DB übernehmen soll.

Woraus die Lärmschutzwände sein sollen, wird intensiv diskutiert. Die Gesamtlänge der Wände in Hanau wird auf zehn Kilometer geschätzt, ein größerer Teil davon wird im Innenstadtbereich stehen. Auch aus gestalterischen Gründen zählen Varianten, die komplett aus Lochblech sind, nicht zu den Favoriten. Und bei transparenten Wänden, die teils aus Glas sind, sei der Schutz nicht so gut. Die Stadt hätte gern begrünte Wände, wegen der positiven Effekte fürs Klima. Noch wird nach einer Lösung gesucht.

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